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Heerdt
Ein Zuhause für Demente

Heerdt: Ein Zuhause für Demente
Diana Creuz, Silke Jeromin, Peter Wienß (Diakonie) und Thomas Hummelsbeck (Rheinwohnungsbau) in der künftigen Küche (v.l.). FOTO: Andreas Endermann
Heerdt. Die Diakonie in Düsseldorf richtet im Heerdter Neubaugebiet "RKM 740" der Düsseldorfer Rheinwohnungsbau zwei Wohngemeinschaften für Betroffene ein. Gleichzeitig entsteht eine Tagespflege. Eröffnung soll im Juni sein. Von Heide-Ines Willner

Die Krankheit schleicht sich in der Wahrnehmung von Betroffenen oft an, bis die Diagnose feststeht: Demenz. In Düseldorf sind mehr als 12.000 Menschen davon betroffen. Viele von ihnen können noch in den eigenen vier Wänden leben, unterstützt vom Ehepartner, von Kindern, Pflegediensten und anderen Helfern. Werden die Einschränkungen zu groß, bleibt für die Rundum-Betreuung nur das Pflegeheim. Die Diakonie in Düsseldorf bietet ab Sommer eine Alternative dazu. Im neuen Wohnquartier der Rheinwohnungsbau RKM 740 an der Pariser Straße hat sie Räume für zwei Wohngemeinschaften und eine Tagespflege gemietet. Gestern stellten Thomas Hummelsbeck, Geschäftsführer Rheinwohnungsbau, und Peter Wienß, Chef des Oberkasseler Leben im Alter Zentrums der Diakonie, bei einem Ortstermin das künftige Zuhause für Menschen mit Demenz vor.

20 Personen können demnächst an der Pariser Straße auf zwei barrierefreien Etagen wohnen. Jeweils zehn gehören zu einer Wohngemeinschaft. Sie teilen sich Küche, Wohn-Essbereich und Loggia. Die Zimmer sind 15 bis 26 Quadratmeter groß, haben Bad und WC. Vermieter ist die Diakonie. "Für uns Neuland", sagte Wienß, der der Rheinwohnungsbau für die Kooperation dankte. Hummelsbeck: "Bei der Größe unseres Wohnprojekts RKM 740 mit 120 Einheiten und 11.000 Quadratmetern Wohnfläche sollten alle Lebensentwürfe Platz haben." Denn Ziel sei es, die Menschen nicht stationär, sondern ambulant zu versorgen. "Das wird die Zukunft sein."

"Selbstbestimmung" ist das Schlüsselwort, das auch in den beiden neuen Wohngemeinschaften großgeschrieben werden soll. So können die Bewohner nicht nur ihre Zimmer komplett nach den eigenen Wünschen einrichten, auch die Gemeinschaftsräume werden ganz nach ihren Vorstellungen gestaltet. "Wir stellen eine Rund-um-die Uhr-Betreuung und eine speziell auf die Bedürfnisse von Menschen mit Demenz abgestimmte Begleitung sicher wie auch die Pflege durch die Diakonie", sagte Diakoniemitarbeiterin Diana Creuz. Ihre Kollegin Silke Jeromin, die für die Projektkoordination der Wohngemeinschaften zuständig ist, ergänzt: "Wir wollen die Menschen erreichen, die die Sicherheit einer umfassenden Begleitung brauchen, aber trotzdem so selbstbestimmt wie möglich leben wollen." Aufgenommen werden Personen mit der Diagnose Demenz von Pflegestufe eins bis drei. Einbezogen werden vor allem die Angehörigen, "denn oft ist es schwer für sie, loszulassen". Derzeit werden erste Gespräche mit Interessenten geführt.

Ein weiteres Angebot der Diakonie entsteht im Erdgeschoss des Gebäudeteils an der Kribbenstraße. Nach Oberkassel wird es dann auch in Heerdt eine "Tagespflege" geben. Tagsüber können dort bis zu 15 an Demenz erkrankte Personen von Pflegefachkräften betreut werden. Küche, Speise- und Aufenthaltsraum, Ruheräume und vier Betten für Pflegebedürftige sorgen für einen angenehmen Aufenthalt. Ab Sommer können die Besucher täglich von 10 bis 18 Uhr das Angebot nutzen. "Die Kosten übernimmt die Pflegeversicherung", so die künftige Leiterin Evelyn Ochs.

Quelle: RP
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