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Mörsenbroich
Durchfahrer aus Wohngebiet fernhalten

Mörsenbroich: Durchfahrer aus Wohngebiet fernhalten
Oberbürgermeister Thomas Geisel (Mitte, r.) lässt sich von Ingo Pähler (M., l.), Leiter Amt Verkehrsmanagement, die Situation vor Ort erklären. FOTO: J. Brabeck
Mörsenbroich. In den Streit um die Verkehrsführung in der Gartenstadt Reitzenstein hat sich der Oberbürgermeister eingeschaltet. Von Julia Brabeck

Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) hat gestern ganz klar in dem Streit um die Verkehrsführung in der "Gartenstadt Reitzenstein" Stellung bezogen. So will das Stadtoberhaupt die Ausfahrt aus dem Neubaugebiet über die Ludwig-Beck-Straße dauerhaft offen halten. "Alles andere macht keinen Sinn. Die Poller an dieser Stelle sind Blödsinn", sagt Geisel, der sich vor Ort ein Bild von der Situation machte.

Eine Abpollerung, die Schleichverkehr durch das Neubaugebiet und die Ludwig-Beck-Straße verhindern soll, war auf vielfache Kritik gestoßen. Sie ist deshalb zurzeit durch die Bezirksvertretung 6 aufgehoben, bis Alternativen erarbeitet wurden. Als Hauptproblem wird gesehen, dass die Sperrung über die kleine Wohnstraße Zur Weide, die in einer Schleife geführt wird, umfahren werden kann. Anwohner berichteten von einer massiven Gefährdung der dort lebenden Kinder durch den Durchgangsverkehr.

Geisel kann zwar gut nachvollziehen, dass die Anwohner der Ludwig-Beck-Straße auf die vor Jahren zugesagte Abbindung ihrer Straße bestehen. "Es gibt aber keinen Bestandsschutz für Ruhe, nur weil man früher ruhig gewohnt hat." Wer in einer Großstadt lebe, müsse neben den vielen Vorteilen auch Nachteile hinnehmen. Die Bewohner der Ludwig-Beck-Straße befürchten aber noch eine weitere Zunahme der Verkehre, wenn sich der Weg durch das Neubaugebiet als Schleichweg herumgesprochen habe und der dort neu eröffnete Supermarkt noch mehr Kunden anlockt. "Viele Bürger aus anderen Stadtteilen nutzen den Weg durch unsere Straße und die Gartenstadt Reitzenstein, um zum Supermarkt oder zum Wald zu kommen", sagt eine Bewohnerin der Ludwig-Beck-Straße.

Oberbürgermeister Geisel will deshalb prüfen lassen, welche Möglichkeiten es gibt, die Durchfahrt durch das Quartier so unattraktiv wie möglich zu machen. "Wer hier nicht wohnt, soll auch nicht hier durchfahren", sagt der Oberbürgermeister. Denkbar um Schleichverkehrs zu verhindern und eine Verkehrsberuhigung zu erreichen wären beispielsweise Bodenwellen, Fußüberwege oder Verengungen und eine Ausweisung als Anwohnergebiet. Das hatten die Bewohner beider Wohngebiete bereits auch schon gefordert. "Wir werden die Bedenken und Anregungen mitnehmen", sagt Geisel.

Bevor aber Entscheidungen zur Verkehrsführung getroffen werden, werden noch Verkehrserhebungen mittels Videotechnik durchgeführt. Dabei wird die Straße sowohl geöffnet wie auch geschlossen beobachtet. Das sollte eigentlich schon in den Sommerferien erfolgen. "Dabei wurde aber ein Poller einfach entfernt. Und damit man uns nicht vorwerfen kann, die Zahlen aus der verkehrsarmen Urlaubszeit seien nicht aussagekräftig, werden wird weitere Zählungen nach den Ferien durchführen", sagt Ingo Pähler, Leiter des Amtes für Verkehrsmanagement. Die Ergebnisse und mögliche Lösungen für das Verkehrsproblem sollen dann der Bezirksvertretung 6 vorgestellt werden, die über die Verkehrsführung entscheiden darf.

"Wir appellieren aber auch an die Anwohner, sich rücksichtsvoll im Verkehr zu verhalten. Bauliche Mittel und zusätzliche Regelungen sollten eigentlich immer nur das letzte Mittel sein", sagt Pähler.

Quelle: RP
 
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