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Niederkassel
Elternfreier Tag für kleine Abenteurer

Niederkassel: Elternfreier Tag für kleine Abenteurer
Vicky und Svenja (im Hintergrund v.l.) pflegen mit jüngeren Mädchen nicht nur die Tiere, sie säubern auch den großen Tierstall. FOTO: Andreas Endermann
Niederkassel. Der Abenteuerspielplatz am Brüggener Weg bietet jede Woche einen Tag ohne Eltern an. Ein Mal im Monat freitags können die Kinder an Sonderaktionen teilnehmen und auch auf dem Platz übernachten. Von Heide-Ines Willner

Glück muss man haben: Denn das Sommerfest des Abenteuerspielplatzes (ASP), das immer an einen Trödelmarkt gekoppelt ist, fiel auf den einzigen Sonnentag nach ergiebiger Regenphase. "Es war dann auch ein toller Erfolg", sagt Christina Jacob, Sprecherin des ASP-Vereins. Wie viel Geld durch den Verkauf von Essen, Trinken und den Standgebühren zusammengekommen ist, steht noch nicht fest. Aber angesichts des Besucherandrangs und der vielen Trödelstände kann der Verein auf eine stolze Summe hoffen. "Damit finanzieren wir Sonderaktionen", freut sich die Sprecherin. Zum Beispiel, eine weitere Wand des Spielhauses durch Malerei in einen "Zauberwald" zu verwandeln. 40 Kinder hatten ihn sich in einem Graffiti-Workshop ausgedacht und mit viel Fantasie auf die rohen Holzbretter gemalt. Überlegt wird, einen zweiten Workshop in den Sommerferien anzubieten, um das Spielhaus auch seitlich zu verschönern.

Zu den neuen Angeboten des ASP zählt der "elternfreie Tag", der jetzt nicht nur einmal im Monat freitags, sondern ab sofort auch jede Woche montags im Programm ist. Den Erwachsenen wird gleich durch die tiefgehängte Latte über dem Eingang signalisiert, dass sie an diesem Tag nicht willkommen sind. Und wenn sie doch einmal gebückt das Hindernis überwinden, werden sie von den Kindern argwöhnisch belauert und vom Betreuer-Team konsequent aufgefordert, den Platz zu verlassen. Keine Chance mehr für die Mütter, die gern ihren Kaffeeklatsch auf den ASP verlegen. Christina Jacob: "Eine gute Methode, unsere Kernzielgruppe, die Kinder im Alter von sieben bis 14 Jahren, anzusprechen, was dann auch Ziel des pädagogischen Konzepts ist." Und überhaupt empfänden es die Kinder, die das Angebot nutzten, als Privileg, mal "elternlos" aktiv zu sein.

Attraktiv ist auch, freitags etwas ganz Besonderes zu erleben. Zum Beispiel bei der Aktion "Du - und die Kunst der Urvölker" mitzumachen, Farbe und Tonfiguren herzustellen oder Masken zu basteln. Ebenfalls freitags, aber nur einmal im Monat, gibt es neben dem elternfreien Tag Sonderaktionen. Beliebt ist das "Matratzenlager", das die Kinder einlädt, auf dem ASP in der Obhut der Betreuer zu übernachten. "Entweder in den selbstgebauten Buden oder im Betreuerhaus", so die Sprecherin. "Ein Kind hatte es sich sogar mit seinem Schlafsack in der ,Nestschaukel' gemütlich gemacht."

Verändert hat sich auch das abenteuerliche Gelände selbst. Im hinteren Kleinkinderbereich steht ein nagelneues Holzschiff. Es ist mit seinen Bullaugen einem richtigen Schiff eher nachempfunden als sein Vorgänger, der im Eingangsbereich die Szene beherrscht hatte, und für die Kinder ein Eldorado zum Klettern und Verstecken gewesen war. "Es war morsch, wir mussten es abbauen", sagt die Sprecherin. Ein Vorteil sei, dass der Platz an Freiflächen gewonnen habe.

Gewonnen hat auch der Tierbereich mit seinem Stallgebäude, der nun nicht mehr von einem Schiff verdeckt ist. Allermeist Mädchen kümmern sich um die Tiere. "Dieses Angebot ist sehr beliebt, wir haben eine lange Warteliste", sagt Christina Jacob. Der ASP bemühe sich, alle Wünsche zu erfüllen. "Werden sie gestellt, bedienen wir sie auch."

Quelle: RP
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