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Pempelfort
Kunstvermittler bringen Malerei näher

Pempelfort: Kunstvermittler bringen Malerei näher
Wie Tanz die Klänge sichtbar machen kann, zeigten Clara Maria Müller und Axel Pulgar in ihrer Performance. Während Pulgar sich um die Beats kümmerte, bewegte sich Müller durch das Foyer. FOTO: hans-jürgen bauer
Pempelfort. Studenten der Heinrich-Heine-Universität haben sich bei der Jungen Nacht im Museum Kunstpalast um die Fragen der Besucher gekümmert. Von Benjamin Schruff

Sara Ficarra hat sich einen pinken, etwa handtellergroßen Button angesteckt "Frag mich!" steht darauf geschrieben. An den Wänden um sie herum hängen sechs großformatige Fotografien von Axel Hütte. Sie zeigen Bäume, Wälder und Höhlen in Mittel- und Südamerika. Zu diesen sechs Fotos kann man Ficarra nahezu jede Frage stellen. Sie hat sich vorbereitet, wochenlang - hat in Büchern und im Internet zum Künstler und seinem Werk recherchiert und sich schließlich auf die sechs Fotos spezialisiert, die sie nun umgeben.

Ficarra ist eine Kunstvermittlerin, die Besuchern der Jungen Nacht von Samstag auf Sonntag im Museum Kunstpalast für Fragen zur Verfügung steht. "Ich hatte bisher gute Gespräche. Es gab niemanden, der unhöflich war oder der Kunst kein Verständnis entgegenbrachte." Insgesamt haben sich rund 20 Kunstvermittler über drei Ausstellungen im Museum verteilt: "Axel Hütte. Night and Day", "Beauty is a Rare Thing" und "Hauptwerke des 19. & 20. Jahrhunderts". Sie alle haben sich wie Ficarra auf bestimmte Werke spezialisiert. Die Kunstvermittler sind Studenten der Heinrich-Heine-Universität; viele von ihnen studieren am Institut für Kunstgeschichte, das die Junge Nacht in Kooperation mit dem Museum Kunstpalast ausgerichtet hat. Rund 30 Studenten waren beteiligt, neben dem Team für Kunstvermittlung gab es noch eins für die Programmplanung und eins für das Marketing. Die Organisation der Jungen Nacht war ein eigenes Seminar, für das es auch Scheine gab.

Barbara Beer vom Marketingteam sagt zur Aufgabenverteilung: "Das Museum Kunstpalast stellt die Räume und die Kunst und wir bespielen das zusätzlich." Mit "bespielen" meint sie die Auftritte von darstellenden Künstlern, die in den Ausstellungsräumen mit der bildenden Kunst und im Foyer zu sehen, vor allem aber zu hören sind. So steht in einer Ecke zwischen zwei von Brauntönen beherrschten Gemälden das Duo Frau Blum - sie singt und er spielt Gitarre. Ihre Musik mäandert zwischen Pop und Jazz, klingt luftig-leicht und ist trotz elektrischer Verstärker eher leise.

Im Foyer hingegen ist es laut. Dort steht Axel Pulgar hinter seinen Geräten und lässt den Beat pulsieren. Vor ihm, hinter ihm und um ihn herum tanzt Clara Marie Müller. Meistens tanzt sie - manchmal taumelt sie auch, um dann zu straucheln und auf dem Boden liegend weiter zu tanzen. Die Zuschauer stehen in einem weiten Kreis um die beiden herum und wirken eher interessiert als irritiert.

Barbara Beer betont, dass die darstellenden Künste - neben Musik und Tanz werden auch Theater und Lesungen dargeboten - zwar ein wichtiger Aspekt der Jungen Nacht seien, aber noch wichtiger sei die Kunstvermittlung: "Das ist das Kernelement." Lina Hetzel und Björn Hinsen sind ähnlicher Ansicht: Sie sind vor allem deshalb zur Jungen Nacht gekommen. Sie wollen in der Axel-Hütte-Ausstellung die Dienste der Kunstvermittler in Anspruch nehmen, um "ihr Verständnis zu vertiefen". Dass ihnen Axel Hüttes Fotos gefallen, wissen sie bereits - sie waren schon einmal während der regulären Öffnungszeit in der Ausstellung.

Quelle: RP
 
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