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Rath
Politik will keine Hochhäuser an Westfalenstraße

Rath. Pläne, das Neubaugebiet an der Westfalenstraße in Rath zu verdichten, stoßen in der Politik auf Ablehnung. Von Julia Brabeck und Sonja Schmitz

Das ehemalige Industriegebiet und jetzige Bauland "Nördliche Westfalenstraße" wird weiterentwickelt. Dabei werden aber nicht alle Wünsche des Investors berücksichtig. So hat sich der Ausschuss für Planung und Stadtentwicklung (APS) einhellig gegen die drei geplanten Hochhäuser mit neun, elf und zwölf Geschossen ausgesprochen. "Die Hochhäuser wären wie Fremdkörper in diesem Gebiet. Sie sind weder geboten noch sinnvoll. Den Platz fasse ich mit solchen Hochpunkten nicht wirklich", sagt Markus Raub (SPD). Alexander Fils (CDU) wies außerdem darauf hin, dass die Bewohner an dem Standort vom 12. Stock nicht einen Panoramablick auf den Rhein, sondern eine Aussicht auf das Industriegebiet hätten. Eine Geschosshöhe von maximal sechs Etagen sehen die Mitglieder des APS als akzeptabel an. Die anderen Wohnhäuser sind bislang mit drei und vier Geschossen geplant.

"Wir Politiker vor Ort sind froh, dass der APS unseren Bedenken gefolgt ist. Solch eine Verdichtung wäre nicht wünschenswert und hätte zu einer Verschattung anderer Gebäude geführt", sagt Ratsherr Marcus Münter (CDU), der beratend in der Bezirksvertretung 6 sitzt. Das Gremium hatte über den Bebauungsplan-Vorentwurf nicht abgestimmt, da die CDU noch Beratungsbedarf hatte. Bemängelt wurde, dass viele, in einem aufwendigen Wettbewerb erarbeitete Elemente jetzt abgeändert werden sollen. Dazu gehört auch, dass nun keine Bestandsgebäude mehr erhalten bleiben, alle alten Industriehallen abgerissen werden sollen. "Nach eingehender Prüfung durch Fachgutachter musste festgestellt werden, dass die Belastung für den Erhalt vorgesehener Bestandshallen und des Bunkers mit Chemikalien so groß ist, dass eine Umnutzung eine Entkernung mit sich bringen würde, die wiederum auch Auswirkungen auf die Statik hätte", sagt die Verwaltung. Im Planungsamt ist man froh, dass sich nun wieder ein Investor fand, nachdem das Grundstück mehrere Jahre auf dem Markt war.

Weiter einsetzen will sich die CDU-Fraktion in der BV 6 dafür, dass das Handlungskonzept Wohnen keine Anwendung findet, dort keine öffentlich geförderten Wohnungen gebaut werden. "Wir wollen hier einen vernünftigen Mix an Bewohnern und zudem die Kaufkraft an der Westfalenstraße stärken." Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP) gab Baudezernentin Cornelia Zuschke für die Verhandlung mit dem Investor mit auf den Weg: "Wir brauchen Qualität, damit die richtigen Leute dorthin ziehen. Sonst fliegt uns das Projekt um die Ohren." Die Grünen im APS fordern zudem mehr Bäume in dem neuen Quartier, das mehr als 350 Wohnungen erhalten soll. Dies sei auch für eine Abgrenzung zum dahinter liegenden Gewerbegebiet wichtig, erklärte Fils.

Quelle: RP
 
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