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Stockum
Ein Weg soll an Peter Royen erinnern

Stockum. Der 2013 verstorbene Künstler hat viele Jahrzehnte in Düsseldorf gelebt und gearbeitet. Von Julia Brabeck

Einstimmig hat die Bezirksvertretung 5 die Verwaltung aufgefordert zu prüfen, ob ein Geh- und Radweg entlang der Straße Stockumer Höfe zwischen Rheinbad und Niederrheinstraße nach dem niederländischen Künstler Peter Royen benannt werden kann. Dieser hat drei Jahrzehnte lang das Gebäude Niederrheinstraße 20, an dem der Weg endet, bewohnt und auch dort gearbeitet. Nach seinem Tod am 18. Juni 2013 stand das Haus zunächst leer. In ihm wurde jetzt nach umfangreichen Sanierungsarbeiten der erste Welcome Point von Düsseldorf eingerichtet.

Bei der Eröffnung dieses Flüchtlingskoordinierungszentrums habe Oberbürgermeister Thomas Geisel die Benennung des Weges nach dem Künstler begrüßt, sagt Monika Van Volxem (FDP), die den entsprechenden Antrag für den Straßennamen in die Bezirksvertretung 5 eingebracht hat. "Die Hinterbliebenen von Peter Royen haben ebenfalls ihre Zustimmung zur Wegbenennung geäußert" sagt Van Volxem, die zudem Zustimmung aus der Verwaltung signalisiert bekam.

Der 1923 in Amsterdam geborene Peter Royen war ein international renommierter Künstler. 1946 kam er nach Düsseldorf, um bei seinem künstlerischen Vorbild Otto Pankok an der Kunstakademie zu studieren. Das war damals, ein Jahr nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, ein unerhörter Schritt für einen Niederländer.

Bei Pankok lernte er zunächst den gegenständlich orientierten Holzschnitt. Seit Ende der 1940er Jahre wurde seine Malerei immer abstrakter. Dabei setzte er meistens nur die "Farbe" Weiß ein, mit der er durch Struktur und Schattierung unzählig viele Varianten schuf. Seine Werke finden sich heute in vielen bedeutenden öffentlichen und privaten Sammlungen, so zum Beispiel im Stedelijk Museum Amsterdam und der Kunstsammlung von Königin Beatrix.

Peter Royen mag dem breiten Publikum nicht so bekannt sein, er genoss aber große Anerkennung bei seinen Kollegen. Denn Royen hat sich Zeit seines Lebens als Vorstand und Mitglied in Gremien und Künstlervereinigungen wie dem Bundesverband Bildender Künstler, der Gruppe 53 oder dem Künstlerverein Malkasten unermüdlich für eine bessere Unterstützung von Künstlern eingesetzt. Sein gesamtes Künstlerleben lang hat er selber junge Künstler aus vielen Bereichen gefördert. Als 1993 zu seinem 70. Geburtstag ihm zu Ehren eine Retrospektive in der Kunsthalle gezeigt werden sollte, lehnt er diesen Vorschlag ab. Stattdessen lud er neun junge Düsseldorfer Bildhauer zu einer Gemeinschaftsausstellung zum Thema "Peter Royen und Freunde" ein. Der Träger des Bundesverdienstkreuzes, der mit Autoren wie Günter Grass, Heinrich Böll, Peter Handke und Dieter Forte befreundet war, erhielt 2013 zur "Großen Kunstausstellung NRW Düsseldorf" für sein Lebenswerk den Kunstpreis der Künstler. Kurz darauf ist Royen, der bis zuletzt fast täglich in seinem Atelier stand, verstorben.

Quelle: RP
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