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Duisburg
Der Mensch dem Menschen ein Wolf - aus Holz

Duisburg. Roger Löcherbach, Jahrgang 1963 und Wahl-Duisburger, ist bekannt für seine heiteren und dezent gesellschaftskritischen Holzskulpturen. Vor der cubus-Kunsthalle im Kantpark (Friedrich-Wilhelm-Straße 64) steht seit langem sein "Sternengucker", ein Denker auf einer Kugel, und zur Zeit schaut aus dem Vorraum des privaten Ausstellungshauses sein "Gespräch (Goldenes Haar/Schwarzes Haar)", das sind zwei ältere und unbekleidete Damen. Von Ingo Hoddick

Doch seit der Duisburger "Kunstzensur" im vergangenen Jahr, als Oberbürgermeister Sören Link eine Gregor-Schneider-Ausstellung im Lehmbruck-Museum absagte (die RP berichtete), werden Löcherbachs Werke immer politischer. Davon kann man sich jetzt noch bis zum 20. Juli bei cubus ein Bild machen.

Zum Beispiel gibt es hier eine umgefallene griechische Amphore, aus der Wasser entrinnt: Der Künstler nennt seine metaphorische Arbeit "Quelle" und erinnert damit daran, dass Griechenland die Quelle der Demokratie, der Kultur und der Philosophie ist, also Werte eingeführt hat, auf denen sich Europa gründet. Man kann auch daran denken, dass Wasser immer mehr zum globalen Spekulationsobjekt wird. Brutal geflämmt wurden die dunklen, fast schwarzen Figuren "Flucht übers Meer", das ist ein afrikanischer Flüchtling mit Schwimmweste, "Heiliger Krieger 1 und 2", Kämpfer der islamistischen IS-Miliz, und "Separatist", ein Russe aus der Ukraine. Der Schlüssel liegt in der bereits aus dem letzten Jahr stammenden Skulptur "Wolf": der Mensch ist dem Menschen zunehmend ein Wolf.

Vom 20. Juli bis zum 16. August sind bei cubus dann neue meditative Gemälde von Günter Thorn zu sehen, dem als Glaskünstler bekannten Duisburger Assistenten von Otto Piene. Das alles kann man sich bei freiem Eintritt von freitags bis sonntags von 14 bis 18 Uhr anschauen.

Quelle: RP
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