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Innenansichten Die Universität Duisburg-Essen (ude)
Morgens Informatik, abends Thaiboxen

Innenansichten Die Universität Duisburg-Essen (ude): Morgens Informatik, abends Thaiboxen
Jürgen Schmagold, Leiter Hochschulsport. FOTO: reichwein
Duisburg. Die Förderung von Sport gehört zu den Aufgaben aller Hochschulen in Deutschland. Doch in welchem Ausmaß die Univerversität Duisburg-Essen diesen Auftrag mit Leben erfüllt, ist keine Selbstverständlichkeit. Von Amela Radetinac

Dass die Universität Duisburg-Essen in weit über 100 Studiengängen den Denksport fördert, wird nicht überraschen. Doch, dass die UDE mit rund 490 Sportkursen und Workshops innerhalb eines Semesters auch für den körperlichen Ausgleich von Studenten und Mitarbeitern sorgt, erwartet man nicht.

"Studierende haben ordentlich Stress, dagegen kann der Hochschulsport helfen", sagt Jürgen Schmagold, Diplom-Sportlehrer und Leiter des Hochschulsports an der UDE. Von der gesunderhaltenden Funktion für den Körper mal ganz abgesehen, sei auch der soziale Aspekt erheblich: "Sind Studierende neu in der Stadt, können sie sich über den gemeinsamen Sport kennenlernen." Und schmunzelnd ergänzt Schmagold: "Unzählige Ehen sind so schon entstanden."

Die aktuell 9813 Teilnehmerplätze für das Sommersemester verteilen sich auf die immer gut besuchten Klassiker wie Fußball, Bauch-Oberschenkel-Po und Badminton über den "Dauerrenner" Zumba bis hin zu einem Trend, der sich gerade abzeichnet: Boxen, Kickboxen und Thaiboxen. "Dabei geht es nicht um das gegenseitige Verprügeln, sondern vor allem um das harte Fitnesstraining", erläutert der Sportlehrer.

Neue Hollywood-Kreationen wie "Piloxing", eine Mischung aus Pilates und Fitness-Boxen gehören ebenso zum Programm wie die altbewährten Kampfsportarten Karate und Judo. Geleitet werden sie von Sportstudenten und ehemaligen Teilnehmern, doch überwiegend von Honorarkräften.

"Im Judo haben wir schon viele Goldmedaillen geholt", so Jürgen Schmagold. Jedes Jahr nimmt die UDE sowohl an nationalen wie internationalen Hochschulmeisterschaften teil und alle zwei Jahre an der Universiade - "den olympischen Spielen der Studierenden". Der mehrfach ausgezeichnete Kunstturner und Student an der Sporthochschule Köln, Fabian Hambüchen, beispielsweise gewann bei der diesjährigen Sommer-Universiade Gold am Reck. Von der Uni Duisburg-Essen sind zwei Ruderinnen und zwei Badminton-Spielerinnen dabei. Traditionell sei die UDE sehr stark im Badminton.

"Von dem Wert und der Wichtigkeit der Bewegung überzeugen wir aber nicht nur Studenten", sagt Jürgen Schmagold und zeigt auf einen noch nicht verteilten Stapel Deutscher Sportabzeichen. Auszeichnungen des Deutschen Olympischen Sportbundes, um die sich die Kollegen Schmagolds für überdurchschnittliche körperliche Leistungen verdient gemacht haben.

Sportneulinge werden immer öfter auch über den "Pausenexpress" rekrutiert. Dabei besuchen Sportstudenten Mitarbeiter der Universität drei Monate lang einmal wöchentlich, um mit ihnen 20 Minuten lang ein persönliches Training am Arbeitsplatz zu absolvieren. "Viele kommen so auf den Geschmack und öffnen sich dem Hochschulsport weiter."

Für Jürgen Schmagold gehören Mountainbiking, Rennradfahren und Ski-Sport fest zu seinem Leben dazu. Doch auch er erfuhr schon einen harten Rückschlag: Bei einem Unfall mit dem Mountainbike brach er sich beide Arme. "Das hat mich sportlich weit nach hinten geworfen und schlug mir sehr aufs Gemüt", sagt er.

Motiviert durch den Hochleistungssportler Andreas Niedrig schwang sich der 62-Jährige aber wieder in den Sattel: Nach zwei Ost-West-Touren durch Amerika soll noch eine Tour vom Norden zum Süden Amerikas auf dem Rad folgen. Da sind die Sportreisen, die er zum Beispiel über Sardinien oder Mallorca leitet, ein gutes Training. Diese Reisen, zum Beispiel Wellenreiten an der Atlantikküste oder Drachenfliegen in Südfrankreich, werden meist zur vorlesungsfreien Zeit angeboten. Wie für die Kurse können sich auch Uni-Externe dazu anmelden. Studenten und Mitarbeiter der Universität, bekommen zwar den Vorzug, dennoch gehören durchschnittlich 10 bis 15 Prozent der Teilnehmer nicht der Uni an. "Studierende treffen so auf Menschen mit Berufserfahrung. Dabei entstehen oft lustige Gemeinschaften", weiß Schmagold. "Das ist auch eine Form der Inklusion."

Anmeldungen von Nicht-Studierenden gerade für die Sportreisen seien besonders erwünscht, denn nicht selten müssen die Studierenden ihrer Prüfungsvorbereitung den Vorzug geben.

Die halbjährlich wechselnden Programme liegen an der UDE aus und können online unter www.uni-due.de/hochschulsport eingesehen und als PDF-Datei runtergeladen werden.

Quelle: RP
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