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Emmerich
Stefan Rouenhoff muss direkt gewinnen

Emmerich: Stefan Rouenhoff muss direkt gewinnen
Reichlich Werbematerial schleppen hier Stefan Rouenhoff und junge Mitglieder seines Wahlkampf-Teams. Die Broschüren und Flyer werden jetzt zu den Stadt- und Gemeindeverbänden gebracht, die große Plakatierung ist für den 26. August vorgesehen. Im Hintergrund die Fahrzeuge mit dem Porträt des Kandidaten. FOTO: Evers
Emmerich. Ohne Absicherung über die Liste gibt es für den 38-jährigen Gocher CDU-Mann nur eine Devise: voller Einsatz auf Sieg. Rouenhoff will mit Wirtschaftskenntnissen und dem Bekenntnis zu einem zukunftsfähigen Europa punkten. Von Anja Settnik

"Voller Einsatz für den Niederrhein" ist sein Motto. Seit einigen Wochen ist der Gocher Stefan Rouenhoff Vollzeit-Wahlkämpfer - von seinem Arbeitsplatz bei der Europäischen Union in Brüssel hat er sich freistellen lassen. Denn Rouenhoff kämpft "ohne Netz und doppelten Boden", wie er betont. Anders als seine SPD-Konkurrentin Barbara Hendricks ist der 38-Jährige CDU-Mann nicht über die Landesliste seiner Partei abgesichert. "Wenn ich meinen Wahlkampf nicht direkt gewinne, habe ich auch nicht verdient, im Bundestag zu sitzen", sagt er ganz klar. Bislang ist das CDU-Bewerbern zwischen Emmerich und Wachtendonk ja immer geglückt, aber ganz so eindeutig schwarz wie früher ist auch der Kreis Kleve nicht mehr, weiß der Gocher.

Er ist deshalb dankbar für die Unterstützung seines Wahlkampfteams, das ihm schon gestern beim Pressetermin in der Kreisgeschäftsstelle den Rücken stärkte. Wer aufmerksam durch die Kommunen des Kreises fährt hat die ersten Werbemaßnahmen schon entdeckt, obwohl die große Plakatierung erst für den 26. August angesetzt ist. Mehrere Fahrzeuge sind mit dem Porträt Rouenhoffs samt Team beklebt.

Die flächendeckende Plakatwerbung steht hingegen noch aus. "Die Letzten werden die Ersten sein", scherzte der in Bibelzitaten sichere Kreisvorsitzende und Landtagsabgeordnete Günther Bergmann. Und Rouenhoff, erstmals an vorderster Front als Wahlkämpfer unterwegs, würde sich wünschen, es wäre nicht nötig, so viele Bilder von sich in Umlauf zu bringen. "Das ist schon sehr ungewohnt", räumt er ein.

Aber so wissen die Bürger in Kleve, Kevelaer, Rees oder Straelen demnächst wenigstens, wer da an ihrer Tür klingelt, wenn der Straßen- und Hauswahlkampf beginnt. Sofern sie ihn nicht schon auf einem der zahlreichen Termine kennengelernt haben, die der Kandidat in den vergangenen Monaten absolviert hat. Als Diplom-Volkswirt und Politikwissenschaftler hat der 38-Jährige, der sich auch beruflich stark mit Themen des Mittelstands beschäftigte, seine Visitenkarte schon bei vielen Unternehmern abgegeben. Mittelstand und Mittelschicht zu stärken ist nach eigener Aussage eines seiner Hauptanliegen.

Das hatte der Gocher auch schon in seiner Bewerbungsrede bei der Aufstellungsversammlung im Juni 2016 klar gemacht. Fast 700 CDU-Mitglieder waren damals in die Kalkarer Messehalle gekommen, um ihn oder einen der Mitbewerber zu wählen. Das Votum fiel knapp für den jungen Mann aus, seitdem habe er aber die volle Unterstützung der Parteifreunde.

Was ihn motiviert, in die große Politik einsteigen zu wollen? "Die Sorge vor Rechtspopulisten, das Miterleben des Terroranschlags in Brüssel, die Erkenntnis, dass eben nicht egal ist, wer regiert." Da müsse man nur Richtung USA schauen. Auch die abzusehenden Folgen des Brexit fordern in seinen Augen ein persönliches Engagement.

Als Abgeordneter möchte sich Rouenhoff dem Haus- und Fachärztemangel auf dem Land widmen und setzt dabei auf Unterstützung durch die Kassenärztliche Vereinigung. Der Mittelstand soll Rahmenbedingungen vorfinden, die ihm faire Entwicklungschancen geben. Der Glasfaser-Ausbau müsse energisch vorangetrieben werden, um den ländlichen Raum zu fördern - der bäuerliche Betrieb sei von schnellem Internet ebenso abhängig wie die Architekturfirma oder das Großunternehmen.

Mit Kanzlerin Angela Merkel eine "verlässliche Person und einen Garant für Stabilität" zu haben, gebe ihm ein gutes Gefühl. Besuche von Generalsekretär Tauber, Finanz-Staatssekretär Jens Spahn, Staatssekretär Günther Krings und Gesundheitsminister Hermann Gröhe sollen den Wahlkampf der CDU im Kreis Kleve beleben.

Quelle: RP
 
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