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Innenminister verbietet Erkrather Gruppierung
Großrazzia in NRW gegen Rocker – Motorräder beschlagnahmt

Razzia gegen Hells Angels in 16 NRW-Städten: Verbot von Rockern aus Erkrath
Düsseldorf. NRW hat den Erkrather Rockerverein "Hells Angels MC Concrete City" sowie die Teilorganisation "Clan 81 Germany" verboten und aufgelöst. Am frühen Morgen begann eine Großrazzia in 16 NRW-Städten, Motorräder wurden beschlagnahmt.

Mehr als 700 Polizeibeamte durchsuchten unter der Führung des Polizeipräsidiums Essen ab den frühen Morgenstunden des Mittwochs mehr als 50 Wohnungen und Geschäftsräume des Vereins und seiner Unterstützer in Erkrath, Wülfrath, Düsseldorf, Ratingen, Wuppertal, Köln, Leverkusen, Bergheim, Neuss, Pulheim, Kevelaer, Goch, Rösrath, Heiligenhaus, Krefeld und Warendorf. 

Hintergrund ist ein Verbot der im Großraum Erkrath aktiven Gruppe der Hells Angels und deren Teilorganisation Clan 81 Germany durch das Innenministerium, wie die Polizei in Essen mitteilte. Demnach trat das Verbot am Mittwoch in Kraft. Zweck und Tätigkeit des Rockerclubs und seiner Mitglieder verstießen gegen Strafgesetze, hieß es in der Begründung.

Razzia gegen Rocker in NRW FOTO: Oliver Wiegand

Die Beamten hätten zunächst die Aufgabe, die Betroffenen darüber zu informieren, sagte eine Polizeisprecherin am Morgen. Außerdem seien Zufallsfunde von Beweismitteln nicht auszuschließen. 

Im Einsatz waren neben Spezialeinsatzkommandos aufgrund der "Gefährlichkeit einiger Rocker" Experten für Organisierte Kriminalität und Steuerhinterziehung des NRW-Landeskriminalamts. Unterstützt wurden sie von szenekundigen Ermittlern und mehreren Einsatzhundertschaften.

Gewalt, Waffen und Drogen

"Die Hells Angels versuchen, Macht- und Gebietsansprüche aggressiv gegen verfeindete Klubs durchzusetzen. Der Rechtsstaat nimmt nicht hin, dass Parallelgesellschaften wuchern, in denen seine Autorität und das Gewaltmonopol missachtet werden. Deshalb ist das heutige Verbot des Erkrather Hells Angels Charters und seiner Unterstützerorganisation ein wichtiges Signal", teilte NRW-Innenminister Herbert Reul mit.

Wer sind die Hells Angels? FOTO: AP

"Die Mitglieder des Vereins sind nachweislich kriminell. Ihr Alltag besteht aus Gewalt, Waffen, Drogen und Zwangsprostitution. Im August vorigen Jahres kam es mitten in Erkrath zu einer Massenschlägerei mit einer verfeindeten Gruppierung, bei der auch Polizisten verletzt wurden. Die Menschen versetzt das verständlicherweise in Angst und Schrecken. Deshalb ist es wichtig, dass die NRW-Polizei jetzt schnell und robust wieder für Recht und Ordnung sorgt", hieß es in der Mitteilung weiter.

Bei dem Polizeieinsatz soll auch Vereinsvermögen beschlagnahmt werden, sagte Lars Lindemann, Sprecher der Polizei Essen. In Erkrath seien etwa Motorräder sichergestellt worden. Seit Mittwochmorgen um 6 Uhr laufe die Aktion. "Es ist noch deutlich zu früh, da eine Bilanz zu ziehen", sagte Lindemann weiter. Er geht davon aus, dass sich der Einsatz noch bis in den Nachmittag ziehen werde. "Aktuell gehe ich von einem störungsfreien Verlauf aus." Zu möglichen Festnahmen konnte die Polizei noch keine Angaben machen.

Die Hells Angels gelten als mächtigster und mitgliederstärkster Rockerclub der Welt. Die "Höllenengel" wurden 1948 von Kriegsveteranen in Kalifornien gegründet, der Name stammt von einer Bomberstaffel. Aus der Gruppe von Harley-Davidson-Fans wurde eine straff geführte Organisation mit Mitgliedern in rund 30 Ländern. Der erste deutsche Ableger entstand 1973.

(sef/das/dpa)
 
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