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Grevenbroich
Container-Dorf wird bald bezogen

Grevenbroich: Container-Dorf wird bald bezogen
Hartmut Deußen vom Fachbereich Soziales vor der Container-Anlage an der Gilbachstraße. Die Unterkünfte werden voraussichtlich Anfang nächsten Monats bezogen. Dort ist Platz für maximal 100 Menschen. FOTO: Lothar Berns
Grevenbroich. Die Flüchtlings-Unterkünfte an der Gilbachstraße sollen voraussichtlich ab November genutzt werden. An den Leichtbauhallen am Hagelkreuz sind zusätzliche Arbeiten erforderlich: Dort müssen Küchencontainer gebaut werden. Von Wiljo Piel

Der Platz in dem zur Unterkunft umgebauten Finanzamt an der Erckensstraße wird allmählich knapp. Weil zurzeit etwa 40 Flüchtlinge pro Woche der Stadt zugewiesen werden, muss in Kürze auf bisher ungenutzte Wohnmöglichkeiten zurückgegriffen werden. "Voraussichtlich Anfang November werden wir die schon seit längerer Zeit an der Gilbachstraße leer stehenden Container in Anspruch nehmen", sagt Dezernent Claus Ropertz. Die Anlage für rund 100 Personen ist bezugsfertig.

Auch die nebenan am Hagelkreuz stehenden Großzelte sind nahezu fertig eingerichtet, sie bieten Platz für maximal 150 Menschen. Die Aluminium-Konstruktionen waren - im Rahmen der Amtshilfe für das Land NRW - ursprünglich als Verteilzentrum gedacht. Von dort aus sollten dauerhaft zugewiesene Asylbewerber nach einigen Wochen in andere Unterkünfte kommen. "Diese Planung hat sich aber überholt", sagt Hartmut Deußen vom Fachbereich Soziales. Da das Land die Amtshilfe nicht mehr benötigt, werden die Zelte künftig für kommunale Zwecke genutzt. Dafür werden aber Anbauten erforderlich.

In einem Verteilzentrum hätte die Küche des Kreiskrankenhauses für die täglichen Mahlzeiten gesorgt. Ein solches Catering wäre in einer dauerhaften Bleibe aber mit Problemen verbunden, sagt Deußen: "In den Zelten werden auch Familien einziehen, die schulpflichtige Kinder haben. Da ist es schwierig, zum Beispiel ein Mittagessen zu festen Zeiten anzubieten." Vor diesem Hintergrund sollen nun zusätzlich Container an den Zelten aufgestellt und mit Küchen ausgerüstet werden. Die Bewohner sollen sich darin künftig selbst versorgen.

Dass es im Winter zu kalt in diesen Unterkünften werde, sei nicht zu befürchten, meint Hartmut Deußen: "Das sind ja keine Kirmeszelte, sondern moderne, gut geheizte Leichtbauhallen mit stark isolierten Böden und Wänden. Das Dach besteht aus doppellagigen Planen, in die eine etwa 50 Zentimeter dicke Luftschicht gepumpt wird, die für eine zusätzliche Isolierung sorgt." Wann die ersten Flüchtlinge am Hagelkreuz einziehen werden, steht noch nicht fest. "Das hängt auch davon ab, wie schnell Container und Küchen zur Verfügung stehen", sagt Hartmut Deußen. Wie viele Herde erworben werden müssen, ist noch nicht klar. "Sie müssen ausreichend sein, damit die Leute nicht vier Stunden Schlange stehen, um kochen zu können."

Nachdem es eine Zeit lang ruhig war, werden der Stadt seit Ende August wieder vermehrt Flüchtlinge zugewiesen. Die Menschen kommen aus Syrien und dem Irak, aus Afghanistan, Tadschikistan, Guinea, Nigeria und Eritrea nach Grevenbroich. "Bei 40 Menschen pro Woche sind wir vom Arbeitsaufwand her am Limit", betont Hartmut Deußen, der davon ausgeht, dass die Zuweisungen in dieser Größenordnung noch bis mindestens November andauern werden. Die Betreuung der Asylbewerber sei zwar aufwendig für die Rathaus-Mitarbeiter - "aber wir sehen das sportlich", sagt Deußen.

Zurzeit leben 859 Flüchtlinge im gesamten Stadtgebiet. Ob der Bau weiterer Unterkünfte - etwa auf Grundstücken in Elsen oder in Neukirchen - erforderlich wird, ist laut Stadtverwaltung zurzeit noch nicht abzusehen.

Quelle: NGZ
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