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Film "Power to Change"
Energie-Doku wirbt mit Ende der BoA

Film "Power to Change": Energie-Doku wirbt mit Ende der BoA
Am 17. März kommt der Film "Power to Change" in die Kinos. Das Plakat zeigt das vor etwa vier Jahren in Betrieb genommene BoA-Kraftwerk in Neurath als Auslaufmodell. FOTO: Cinemaids
Grevenbroich. Im neuen Film "Power to Change" steht das Neurather Mega-Kraftwerk für eine veraltete Technologie. Von Wiljo Piel

Auf den ersten Blick erinnert das Filmplakat an einen Katastrophen-Thriller. Offensichtlich ist das Neurather BoA-Kraftwerk zum Ziel eines Anschlags geworden. Die beiden 172 Meter hohen Kühltürme sind zerborsten - und auch eines der gewaltigen Kesselhäuser hat es offensichtlich getroffen. Ein Terror-Akt im Grevenbroicher Süden?

Davon handelt er nicht, der Film "Power to Change", der am 17. März in die Kinos kommt. Obwohl das Poster nach Action aussieht, geht es Regisseur Carl-A. Fechner um Information. Der Macher der Doku "Die 4. Revolution" (2010) hat sich in seinem neuen Streifen erneut mit der Energiewende beschäftigt. Er stellt "Rebellen unserer Zeit" vor, die sich für eine zu 100 Prozent aus erneuerbaren Quellen stammende, dezentrale Energieversorgung engagieren. Und er zeigt Technologien wie einen Treibstoff, der dabei hilft, Stromspitzen abzufangen, oder einen Energiespeicher, der auf dem Abrissgelände abgeschalteter Atomkraftwerke entstehen könnte.

2007: Unglück auf BoA-Baustelle FOTO: NGZ-Online

Für den Film war Fechners Crew rund ein halbes Jahr in Deutschland, Belgien und der Ukraine unterwegs. Auch in Grevenbroich, am Kraftwerks-Standort Neurath, wurde Material für den 90 Minuten langen Film gedreht. Obwohl die BoA 2 & 3 für RWE als das weltweit effizienteste Braunkohlekraftwerk gilt, ist sie in der Dokumentation aber nicht als Leuchtturmprojekt zu sehen. "Power to Change" stellt sie vielmehr als ein Auslaufmodell dar - was letztlich auch mit dem Plakat deutlich gemacht wird. Es zeigt quasi den Abbruch der 2200-Megawatt-Anlage.

Fechner sieht seinen Film als ein Plädoyer für eine saubere Versorgung und als Signal für den Aufbruch in eine Zukunft ohne fossile und atomare Energieträger. "Die dezentrale Energierevolution verändert das Wirtschaftssystem und führt zu gerechteren Strukturen. Das kann logischerweise nicht im Sinne der Großkonzerne sein, die auf zentrale Energieversorgung setzen", so der Regisseur. Der Widerstand dagegen sei zunehmend erfolgreich, doch die Veränderungen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) würden sich gegen diese "Bewegung von unten" richten, etwa durch die Kürzungen der Einspeisevergütungen. "Wir haben das Gefühl, dass man dem etwas entgegensetzen muss", so Carl-A. Fechner: "Deshalb zeigen wir mit dem Film vorbildliche Projekte und Menschen, die diese technischen Möglichkeiten voranbringen."

Der Gigant hat sich erhoben FOTO: NGZ-Online.de

Obwohl das Kraftwerk schlecht wegkomme, treffe der Filmtitel auch auf die BoA 2 & 3 zu, sagt Lothar Lambertz von RWE Power: "Das Kraftwerk liefert nicht nur Strom für zehn Millionen Menschen, sondern powert auch den Change: Mit seiner hohen Flexibilität ergänzt es die Erneuerbaren Energien perfekt, die im deutschen Stromnetz den Vorrang haben, aber von Natur aus schwanken." Lambertz bezeichnet die Braunkohle als wichtige Brückentechnologie in die geplante Energiezukunft: "Wer die erleben möchte, braucht aber nicht ins Kino zu gehen. Eine Führung durch die BoA und ein Besuch des Windparks auf den Höhen bei Grevenbroich tun's auch."

Quelle: NGZ
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