| 00.00 Uhr

Grevenbroich
Heimatforscher erinnert an den letzten Oberpfarrer von Elsen

Grevenbroich. Ein wenig erschrocken war er schon, als ihm Kirchenvorstand Gerd Reibel das Buchprojekt anbot. "Das war absolutes Neuland für mich", gibt Autor Dieter Schlangen zu. Heimatgeschichtliche Themen, die liegen ihm zwar - doch eine Biografie über einen Menschen zu schreiben, der nicht irgendjemand in Elsen war, das erschien dem 71-Jährigen zunächst unmöglich. Dennoch traute er sich an das Werk heran - und jetzt liegt sie vor, die mehr als 100 Seiten starke Lebensgeschichte des beliebten, 2016 verstorbenen Oberpfarrers Heinrich Scholl. Rechtzeitig zu dessen Jahrgedächtnis ist das Buch erschienen. Von Wiljo Piel

Dieter Schlangen hat ordentlich recherchiert im Leben des Gottesmannes, der mehr als 50 Jahre im Dienste der Kirche wirkte. Und dabei hat er nicht im Jahr 1974 angefangen, als Heinrich Scholl nach St. Stephanus in Elsen kam. Er beleuchtet die Kinder und Jugendzeit des gebürtigen Kölners und schildert dessen Werdegang als Priester. In Langenfeld-Richrath, wo Scholl im Jahr 1963 seine erste Kaplanstelle an der St.-Martin-Kirche antrat, traf er sogar noch auf Zeitzeugen, die sich lebhaft an den Geistlichen erinnern konnten. "Und zu denen Scholl bis zu seinem Tode noch Kontakt hielt", sagt Schlangen. "Das war eine wahre Fundgrube."

Reich illustriert, schildert die Biografie insbesondere das Wirken des Oberpfarrers rund um St. Stephanus. "Dabei habe ich mich nicht nur auf das geistliche Wirken von Heinrich Scholl konzentriert", sagt Dieter Schlangen. "Die Elsener, Noithausener und Elfgener Christen haben ihn auch als einen von ihnen angesehen, der am Gemeindeleben rege teilnahm, gerne Schützenfeste feierte, die Klompenkirmes besuchte und auch seine Freude am Karneval hatte." Auch darauf geht der Autor in seinem Buch ein.

Und er schildert die Reisen, die Heinrich Scholl unternahm - etwa nach Rom, wo er Papst Johannes Paul II. traf, nach Santiago de Compostela, wo es zu einer Begegnung mit Fidel Castro kam, oder nach Jordanien, wo Scholl einen Spontan-Gottesdienst im historischen Amphitheater von Umm-Qayo hielt. Seine letzte Reise führte. Seine letzte Reise führte den Oberpfarrer auf die Donau - und dort entstand auch das Foto, das den Buchrücken der Biografie ziert. Es zeigt den Geistlichen, wie er melancholisch das Ufer betrachtet. "Es sieht aus, als ob er zurück auf sein Leben blickt", sagt Dieter Schlangen.

Heinrich Scholl nahm im Oktober 2016 noch an einer Wallfahrt des Deutschen Ordens nach Kevelaer teil, wenige Tage später starb er im Alter von 82 Jahren - vermutlich an den Folgen eines Treppensturzes. Die Biografie ist zum Preis von fünf Euro in den Büchereien des Pfarrverbandes erhältlich.

Quelle: NGZ
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Grevenbroich: Heimatforscher erinnert an den letzten Oberpfarrer von Elsen


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.