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Grevenbroich
Künstlerin bringt Pep in die alte Holzschnitt-Tradition

Grevenbroich. Gabi Dahl stellt in Wevelinghovener Galerie "p 91" aus.

Gabi Dahl ist Mitglied der Künstlerinnengruppe Gedok A 46, die 2016 in der Versandhalle auf der Stadtparkinsel ausgestellt hatte. Jetzt präsentiert sie ihre neuen Werke in der Galerie "p 91" in Wevelinghoven. Eher ungewöhnlich: Die Künstlerin hatte sich vor fünf Jahren von der Malerei abgewandt - sie widmet sich seither dem Holzschnitt und macht deutlich, dass er zu Unrecht als antiquiert gilt. Sie druckt mit ein bis vier Druckstöcken, bringt Pep in eine traditionsreiche Technik.

Die in Marl lebende Künstlerin hatte unter anderem Kunstgeschichte und Malerei an der Kunstakademie Stuttgart und katholische Theologie in Tübingen studiert. Die Arbeit im Schuldienst hat sie längst aufgegeben. Einige Holzschnitte in der aktuellen Ausstellung sind klassisch in Schwarzweiß gehalten - hier ist die Künstlerin mit nur einem Druckstock ausgekommen.

"Irgendwann habe ich beschlossen, auch mit Farben zu arbeiten", erklärt die Malerin. Das machte den Schaffensprozess deutlich aufwendiger, aber auch reizvoller. Auf Baumarktholz markiert sie mit einem Stift eine grobe Skizze, um danach mit einem Messer zu "malen". Die Einschnitte in das Holz sind nicht zu korrigieren, der Arbeitsprozess verlang also volle Konzentration. "Das ist aber gerade das Spannende", sagt die Künstlerin und fügt hinzu: "Beim Holzschnitt muss man spiegelverkehrt denken können."

Die Siebdruckfarben mischt sie selber an. Gelb- und Orangetöne überwiegen, aber auch Grün und Blau stehen neben den Schwarzweiß-Klassikern. Die bis zu vier Drucke bauen aufeinander auf, so entstehen Räumlichkeit und Lebendigkeit. Mit Ritzen, Kratzen, Schneiden und Schaben entstehen abstrakte Motive, besondere Strukturen ergeben sich durch Materialien wie Noppenfolie.

(barni)
 
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