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Grevenbroich
Politik im Dialog mit Jugendverbänden

Grevenbroich: Politik im Dialog mit Jugendverbänden
Bei der Landtagswahl 2017 wirft Hans Christian Markert (Mitte) seinen Hut im Wahlkreis "Grevenbroich, Dormagen, Rommerskirchen" in den Ring. FOTO: A. Tinter
Grevenbroich. Anlässlich einer Wette des Landesjugendrings ist Landtagsabgeordneter Hans Christian Markert auf Vertreter der Grevenbroicher Jugendverbände getroffen. Thema waren Probleme und Herausforderungen der Arbeit vor Ort. Von Elena Burbach

Frage: Wie viele Landtagsabgeordnete setzen sich für die Jugend ein? Der Landesjugendring wettet, dass es weniger als die Hälfte der Düsseldorfer Mandatsträger sein werden, die eine Jugendgruppe besuchen oder ein entsprechendes jugendpolitisches Statement posten. Unter dem Hashtag "#jungesNRW" hat der Verband die Parlamentarier dazu aufgerufen, sich mit den Jugendverbänden ihrer Kommunen zusammenzusetzen. Der Landesjugendring fordert damit an die 120 Abgeordneten auf, jungen Menschen im Zuge der Landtagswahl eine Stimme zu geben. Die Fraktion mit der höchsten Beteiligung soll laut des Vereins einen Sonderpreis erhalten.

Landtagsabgeordneter Hans Christian Markert möchte mit seiner Partei Bündnis 90/Die Grünen die Wette gewinnen und besuchte im Zuge dessen jetzt die Alte Feuerwache in Grevenbroich, in der künftig der Stadtjugendring entstehen soll. Neben Stadtjugendpfleger Christian Abels waren auch Sprecher des Jugendrotkreuz, des Jugendferienwerks, der Falken und Organisatoren des Fußballwohltätigkeitsturniers "Kick für den Frieden" vertreten. Gesprochen wurde über Probleme und Herausforderungen der Jugendarbeit in Grevenbroich.

Und davon gibt es einige. Zum Beispiel mangelnden Platz. Unter dem Stichwort "Kinderarmut" erklärte die Ortsleiterin des Jugendrotkreuz, Gina Penz, dass die Organisation seit langer Zeit Kindergeburtstage für sozial schwache Kinder ausrichte. Nun fehle ihnen aber die Räumlichkeiten dazu. In der daraufhin aufflammenden Diskussion über die Geldnot der Vereine, bot Markert seine Hilfe bei der Suche nach einer gemeinsamen Immobilie an. Dort könnten die Verbände zusammen Räumlichkeiten nutzen und mit großen Benefizveranstaltungen das Objekt refinanzieren. Abels hieß die Idee mit Hinblick auf die Gründung des Stadtjugendrings willkommen, denn "unser Ziel ist es, eine gemeinsame, starke Stimme zu entwickeln", betonte er.

Markert wies auch darauf hin, dass beim Aufbau einer solchen Immobilie handwerkliche Praktika ermöglicht werden könnten, die jungen Menschen Einblicke in die Arbeitswelt bieten. Denn auch Jugendarbeitslosigkeit war in der Gesprächsrunde ein Thema. Viele junge Menschen würden heute bis zum Abitur gedrängt, obwohl ihre Interessen eventuell woanders liegen, sagte Mark Dürrbeck, Vorsitzender des Jugendferienwerks. Auch bei der Berufsfindung seien viele Schüler aufgeschmissen, denn auch wenn die Schulen Personalvertreter aus Firmen in die Klassen schicken, bestünden Hemmungen, Fragen an die Berufserfahrenen zu stellen. "Meine Erfahrung hat gezeigt, wenn Jung auf Jung trifft, werden Hemmschwellen überwunden", erzählte Dürrbeck. Gemeinsam mit Markert entwarfen die Vertreter die Idee einer, von den Verbänden selbst organisierten, Jobbörse.

Unter dem Leitsatz "Jungen Menschen eine Stimme geben" kam schlussendlich auch die Frage nach der Senkung des Wahlalters auf. Dabei waren sich die Verbände einig, dass sie eine Senkung auf 16 Jahre befürworten. Denn: "Poltische Entscheidungen treffen die Jugend schließlich am meisten", betonte Sebastian Schott von den Falken.

Quelle: NGZ
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