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Stadt Kempen
Bald kommen neue Flüchtlinge

Stadt Kempen. 80 bis 100 Personen werden erwartet, neue Unterkünfte müssen her. Gut angenommen wird das Beratungszentrum in St. Hubert. Von Silvia Ruf-Stanley

Vorwiegend um Flüchtlingsfragen ging es Dienstagabendim Ausschuss für Soziales und Senioren. Sicher ist, dass Kempen weitere Flüchtlinge aufnehmen muss, da die Sollzahlen noch nicht erreicht sind. Mit 80 bis 100 Personen wird im ersten Anlauf gerechnet, es werden aber noch mehr werden, so Dezernent Michel Klee. Dazu wollen er und Bürgermeister Volker Rübo kurzfristig mit der Bezirksregierung Arnsberg, die für die Verteilung zuständig ist, Gespräche werden.

Kommen werden sowohl Flüchtlinge, die noch keine Anerkennung haben, als auch solche, die bereits ein vorläufiges Aufenthaltsrecht haben. Trotz der gerade im Unterkünfte am Schmeddersweg, die gerade gebaut werden, muss die Stadt also über neue Standorte nachdenken. Bislang leben in Kempen 80 Prozent in städtischen Unterkünften, zehn Prozent in angemieteten Wohnungen und weitere zehn Prozent, die eigentlich schon aus dem Asylleistungsbewerbergesetz herausfallen, weil sie Hartz IV-Leistungen bekommen, leben ebenfalls in den Unterkünften. Insgesamt sind es derzeit 492 Flüchtlinge, darunter 81 Familien. 181 Menschen haben eine gute Bleibeperspektive. Die anderen kommen aus Staaten, die wie Afghanistan, Albanien, Marokko oder Serbien als sicher angesehen werden, und so haben sie keine Aussicht auf Asyl.

Monika Schütz-Madré (Grüne) wollte wissen, wo Unterkünfte entstehen können und wie weit die Sanierungen in den vorhandenen fortgeschritten sind. Klee hält es nicht für optimal, in Gewerbegebiete auszuweichen, aber auch da sei noch der Gesetzgeber gefragt. Später teilte er im Ausschuss noch mit, dass zumindest alle städtischen Unterkünfte jetzt über den lang geforderten Wlan-Anschluss verfügen.

Ein Einwohner aus St. Hubert hatte gefragt, wann und wie die Landesmittel für das Begegnungszentrum in der alten Johannes-Hubertus-Schule verwendet werden. Insbesondere ging es ihm hier um Barrierefreiheit. Dafür soll in Kürze mit einfachen Mitteln gesorgt werden, so Klee. Außerdem ist ein Architekturbüro aus Duisburg mit der Planung beauftragt worden. Das Zentrum insgesamt wird gut angenommen, vor allem die Sprachkurse. Bei Kursen für Mütter wurde auch eine Kinderbetreuung für die Zeit eingerichtet. Im ehemaligen Lehrerzimmer der Schule gibt es nun ein zentrales Büro als Anlaufstelle. Die Mitarbeiter des Koordinierungskreises Flüchtlingshilfe haben sich die Arbeitsfelder aufgeteilt. Sehr begrüßte es Klee, dass nun auch ein kreisweites Integrationszentrum auf den Weg gebracht wurde. Vor allem im Bereich der Traumabewältigung müsse dies aktiv werden, meinte er.

900 Euro im Jahr, das sei viel zu wenig als Unterstützung für die Kemoener Tafel der Martinushilfe, da waren sich alle Fraktionen einig. Mehr ist jedoch zur Zeit im städischen Säckel nicht mehr vorhanden, bedauerte Klee. Jetzt bekommt die Tafel erst einmal 900 Euro als Soforthilfe, im nächsten Jahr soll im Rahmen der Haushaltsberatungen über eine umfangreichere, regelmäßige Unterstützung beraten werden. Einige Fraktionen schlugen vor, die Stadtwerke als städtisches Unternehmen solle zum Beispiel bei den nicht unerheblichen Energiekosten helfen.

Neuigkeiten zur Flüchtlingshilfe erhält man nun über einen speziellen Newsletter auf der Homepage www.kempen-hilft.de. Das zentrale Büro in St. Hubert ist unter der Telefonnummer 02152/ 962170 zu erreichen. E-Mails an info@kempen-hilft.de

Quelle: RP
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