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Kleve
Linde-Vorstand bei den Wirtschaftsjunioren

Kleve. Dass Kleve auch einen internationalen Top-Manager immer wieder überraschen kann, bewiesen die Wirtschaftsjunioren im Kreis Kleve am 19. März 2015 ihrem Ehrengast Thomas Blades. Im Rahmen ihrer Veranstaltungsreihe "WJ treffen..." empfingen sie den Linde AG-Vorstand im Restaurant "Zum Aussichtsturm".

Der in Hamburg geborene Brite, Thomas Blades wuchs in England, Belgien, Singapur und den USA auf, studierte Elektrotechnik in Salford/England und Lyon/Frankreich und startete seine berufliche Laufbahn 1978 bei dem US-amerikanischen Ölspezialisten Schlumberger, wo er weltweit in verschiedenen Positionen tätig war. Von 1998 bis 2004 leitete der zweifache Familienvater die SPECTRO Analytical Instruments GmbH in Kleve. Zwischen 2004 und 2012 war er Geschäftsführer der Firma Choren Industries in Hamburg und Vorstand der Oil & Gas Division der Siemens AG, bis er dann im März 2012 als Vorstandsmitglied zur Linde AG wechselte. Tom Blades ist verantwortlich für das Segment Americas, Global Governance Centres Deliver, Healthcare, Operations, Global Gases Businesses Helium & Rare Gases.

Den Wirtschaftsjunioren gestattete Blades einen Einblick in seine zehn Faktoren für geschäftlichen Erfolg. Neben Durchhaltevermögen und Risikobereitschaft stellte er heraus, dass es insbesondere klare eigene Ziele und das Wissen um die eigenen Fähigkeiten sind, die auf dem Weg zum Erfolg weiterhelfen. Besonders wichtig sei es, smarte Leute einzustellen, die das Team und einen selbst weiter bringen. "Gute Leute werden befördert, man selbst wird mit befördert", fasste Blades das Erfolgsgeheimnis zusammen. Besonders wichtig sei Diversifizierung in Führungspositionen zum Beispiel durch Frauen, denn sie brächten den "Wir-Faktor" in das Unternehmen.

Mit Blick auf die geopolitische Situation, etwa in Russland oder dem Nahen Osten, unterstrich Blades, die Erforschung von Schiefergasvorkommen in Deutschland weiter zu intensivieren. Die Abhängigkeit von den großen Gasproduzenten könne so reduziert werden. Außerdem ließen sich die Energiekosten für die Wirtschaft drastisch senken.

Juniorensprecher Carsten Meteling unterstrich den Standortfaktor Energiekosten für den Niederrhein: "Mehr als 25 Prozent des industriellen Energieverbrauchs in ganz NRW fallen alleine am Niederrhein an. Jeder zusätzliche Cent an Stromkosten belastet die regionale Wirtschaft mit über 100 Mio. Euro." Blades: "Fracking hat ein Imageproblem, ist aber schon alleine aufgrund neuer, wasserloser Fördertechnologien kein Umwelt- und Sicherheitsrisiko." Es sei dringend notwendig, hier eine stärkere Aufklärungsarbeit zu leisten. Denn auch Linde berechne fortlaufend, ob eine Produktionsverlagerung in Abhängigkeit von den Energiekosten sinnvoll sei. Bislang habe man den Standort Deutschland noch halten können.

Nach rund zweistündiger, angeregter Diskussion ließ die Gruppe den Abend mit einem gemeinsamen Essen im Restaurant ausklingen.

Quelle: RP
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