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Cd-Tipp
Kölsch ist mehr als nur Karneval

Köln. Das erste eigene Album mit kölschen Chansons war viele Jahre lang der Traum von Gaby Koof. Mit 61 Jahren hat ihn die kölsche Sängerin nun endlich verwirklicht. Zum 60. Geburtstag hatte sie dazu ein kleines Crowdfunding veranstaltet: Alle Musiker, die sie fragte, sagten ihr spontan zu. Live eingespielt wurde das Album "An ming Fründe" (Tag-7/Rough Trade) im früheren Studio von Ex-Bap-Gitarrist Klaus Major Heuser in Sürth.

Unterstützung kam von Gitarrist Till Kersting, der mit Künstlern wie Stefanie Heinzmann, Tom Beck oder dem Rockabilly-Duo The Sugarhillsunterwegs ist. Pianist Andreas Hirschmann ist unter anderem Keyboarder der Prog-Rock-Band Hölderlin. Dazu kommt Nico Brandenburg, der an der Robert-Schumann-Hochschule in Düsseldorf als Dozent für Bass und Kontrabass tätig ist und der auch regelmäßig an der Seite von Tom Gaebel spielt. Andreas Lasonczyk begleitet Gaby Koof regelmäßig am Piano, übernahm auf dem Album aber die Percussion. Ebenfalls oft an der Seite der Nippeserin zu finden ist Wolfgang Jaegers am Akkordeon.

Musikalisch zeigt Koof, dass Kölsch weit mehr ist, als nur Karneval. Bei ihr geht es um kölsche Chansons. So wird aus Georges Moustakis Welthit "Le Métèque" der Titel "In Kölle kennt mer ming Visage". "La vie en rose" von Edith Piaf wird zu "Luurt mich nit esu aan". Texte zu den Liedern haben unter anderen die Autorin Monika Schweden und die Kabarettistin Elfi Steickmann beigesteuert. Themen sind das Älterwerden genauso wie die eigene Stadt oder die Liebe und die Familie. Damit hebt sich Koof deutlich vom musikalischen Fast Food ab. Auch den alten Bläck-Fööss-Song "Minge Frisör", der sich als Liebeserklärung an diesen Berufsstand versteht, interpretiert Gaby Koof mit Zustimmung der Band neu. "Mich häld et Levve am Danze" fußt auf Vicky Leandros Superhit "Ich liebe das Leben". Vom früheren Texter der Fööss, Hans Knipp, stammen die nachdenklichen Balladen "Et Paradies es jeschlosse" und "Dat verzeih ich dir nie". "Ich habe ihn damals einfach angerufen und nachgefragt", erinnert sich Koof an den ersten Kontakt.

(step)
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