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Kölner Silvesternacht
Ex-Polizeichef Albers entschuldigt sich bei den Opfern

Die Ereignisse rund um die Silvesternacht in Köln
Die Ereignisse rund um die Silvesternacht in Köln FOTO: dpa, obe kno
Düsseldorf. Der ehemalige Kölner Polizeipräsident Wolfgang Albers hat sich im Untersuchungsausschuss "Silvesternacht" bei den Opfern der massiven Übergriffe entschuldigt. Wegen seiner weiteren Äußerungen wächst der Druck auf die Landesregierung. Von Thomas Reisener

Mit Albers hat nun schon der zweite NRW-Spitzenbeamte eingeräumt, dass ihm "spätestens am 2. Januar die erhebliche politische Brisanz der Ereignisse in der Silvesternacht klar war". Das erklärte Albers am Montag vor dem Parlamentarischen Untersuchungsausschuss (PUA) im Düsseldorfer Landtag, wo er als Zeuge aussagte. Zuvor hatte der zuständige Abteilungsleiter des NRW-Innenministeriums, Wolfgang Düren, sich im Innenausschuss ähnlich geäußert.

Das erhöht den Druck auf die Landesregierung. Sie kann bis heute nicht schlüssig erklären, warum NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft und ihr Innenminister Ralf Jäger (beide SPD) erst am 4. Januar vom Ausmaß der Vorgänge erfahren haben wollen. In der Silvesternacht wurden Hunderte Frauen im Bereich des Kölner Doms bestohlen und sexuell belästigt. Der Vorgang löste internationale Aufmerksamkeit aus. Der PUA soll klären, warum es überhaupt dazu kommen konnte. Aber auch, wie es zur verspäteten Reaktion der Landesregierung auf die Vorgänge kam.

Albers, der wegen der Fehler der Kölner Polizei in dieser Nacht in den Ruhestand versetzt wurde, sagte, er sei urlaubsbedingt nicht an den Vorbereitungen des Silvester-Einsatzes beteiligt gewesen. Als ihm im Verlauf des 2. Januars schubweise immer neue Informationen zu den Vorgängen zugingen, seien ihm die "absehbaren Auswirkungen auf die Flüchtlings- und Integrationspolitik des Landes" klargeworden. Er habe entschieden, darauf mit einer besonders vorsichtigen, gleichwohl aber wahrheitsgemäßen und vollständigen Kommunikation zu reagieren. Er sei davon ausgegangen, dass die Informationen ohne nennenswerte Zeitverzögerung auch dem Innenministerium "auf dem Dienstweg zugegangen" sind.

In einer persönlichen Erklärung entschuldigte Albers sich bei den Frauen, die in der Silvesternacht zu Schaden gekommen sind.

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