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Deutsche Auswanderin
Das steckt hinter der Millionenspende für den Kölner Zoo

Warum der Kölner Zoo 22 Millionen Dollar von einer Amerikanerin erbt
Der Kölner Zoodirektor Christoph Landsberg hat die 93-jährige Elizabeth Reichert in den USA besucht, um ihr zu danken. FOTO: Kölner Zoo
Düsseldorf . Eine 93-jährige US-Amerikanerin wird dem Kölner Zoo ein Vermögen von knapp 22 Millionen Dollar vererben. Warum macht sie das? Von Susanne Hamann

Es gibt viele Dinge, die man aus Verbundenheit mit der Heimat macht: Fotos aufhängen oder regelmäßig lange Strecken für Besuche überwinden, zum Beispiel. 22 Millionen (18,5 Millionen Euro) an den lokalen Zoo zu vererben, gehört für gewöhnlich eher nicht dazu.

Genau das hat die 93-jährige Elizabeth Reichert nun aber getan, und zwar auf Wunsch ihres bereits 1998 verstorbenen Mannes Arnulf. Das Ehepaar, das aus Deutschland in die USA ausgewandert war, will seiner alten Heimat damit etwas zurückgeben - für all die Erinnerungen, die sie ihnen geschenkt hat.

Sieben Tage die Woche, zwölf Stunden täglich schuften

1944 lernten sich Arnulf und Elizabeth in Köln kennen. Arnulf musste sich damals wegen seines jüdischen Glaubens verstecken. Ein Jahr nach Kriegsende heirateten die beiden und wanderten aus. Erst versuchten sie es in Israel, dann zogen sie in die Nähe von Philadelphia an der Ostküste der USA.

Einfach war das nicht. Für Frauen war es nicht üblich, eine Ausbildung zu haben. Arnulf konnte es in Nazi-Deutschland nicht. Also packten die beiden an. Sieben Tage die Woche, zwölf Stunden täglich schufteten sie, um etwas aus sich zu machen. Sie arbeitete als Friseurin, er jobbte bei einem Großhändler für Haustierbedarf. Ein paar Jahre später machte sich Arnulf in dem Bereich selbstständig - und das mit Erfolg.

Über 70 Jahre ist es nun her, dass die Reicherts Köln verließen. "Aber vergessen haben wir die Stadt nie", sagte Elizabeth Reichert dem Kölner Stadtanzeiger. Deshalb wollte ihr Mann Arnulf Geld dorthin geben, wo es gebraucht wird. Und auch, wenn beide nicht so oft im Kölner Zoo gewesen seien - "der ist doch für die Stadt so wichtig wie der Kölner Dom", sagte Reichert.

So selbstverständlich, wie die Spende für die Reicherts war, so überraschend kam die Nachricht allerdings für Zoo-Direktor Christopher Landsberg. Kaum jemand würde wohl einer Mail trauen, in der ein Anwalt aus den USA für ein Millionen-Erbe Kontakt herstellen will.

Zoo bekommt Zinserträge

Doch schnell zeigte sich: Die Mail war echt. Elizabeth Reichert begann zunächst, 6000 Euro im Monat als Spende an den Zoo zu überweisen. Inzwischen sind die Verträge über die Gründung der "Arnulf Reichert Foundation" fertig. Die Stiftung soll die 22 Millionen verwalten und wird vom privaten Finanzberater der Reicherts und dem Kölner Zoo-Direktor Landsberg geleitet. "Uns als Zoo macht es natürlich sehr froh, auf diese Art bedacht zu werden. Es zeigt, wie viel Vertrauen uns als Kölner Institution mit ihren vielfältigen Bildungs-, Erholungs- und Artenschutzaufgaben entgegengebracht wird", sagt Landsberg.  

Allerdings wird der Zoo das Geld nicht auf einen Schlag erhalten: Die Stiftung überweist nur die jährlichen Zinserträge. Deren Höhe hängt von der Marktlage ab. Derzeit ist von rund einer Million Euro pro Jahr auszugehen. Laut Reichert soll das Vermögen dem Zoo so möglichst lange erhalten bleiben.

Als erstes will Landsberg das 1899 eröffnete Südamerikahaus mit dem Geld sanieren. Das soll dann auch Arnulf Reicherts Namen tragen. Als Erinnerung.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Artikels hieß es, dass das Ehepaar in die Nähe von Philadelphia an der Westküste der USA gezogen sei. Das ist falsch. Der Wohnort liegt an der Ostküste. 

 
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