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Krefeld
Thema Flüchtlinge: Emmaus-Europa tagte in Krefeld

Krefeld. 34 Vertreter informierten sich über die Lage vor Ort. Die Organisation will die EU wegen unterlassener Hilfeleistung anzeigen.

Vertreter von Emmaus Europa aus Frankreich, Italien, Rumänien, Belgien und England machten sich gemeinsam mit Bürgermeisterin Karin Meincke und dem Koordinator der Stadt Krefeld, Hansgeorg Rehbein, ein Bild von der Situation der Flüchtlinge vor Ort. Dazu traf sich jetzt die Arbeitsgruppe "Migration und Menschenhandel" bei Emmaus in Krefeld an der Peter-Lauten-Straße. Die Emmaus-Arbeitsgruppe tagt ein bis zwei Mal im Jahr. Am ersten Tag besuchte sie dank des Einsatzes der ehrenamtlichen Helferin Inge Krämer die Flüchtlingsunterkunft in der Turnhalle Lindenstraße.

In Krefeld leben derzeit etwa 3800 Flüchtlinge. Hansgeorg Rehbein sieht in der Ausbildung unserer "Neubürger", wie er sagte, weit über Deutschkurse hinaus Chancen zur Integration. Gleichzeitig sieht er darin die Antwort auf den Fachkräfte-Mangel im Land. Rehbein beantwortete mit Ulrike Meyerhöfer-Wolf von der Stadt Krefeld die zahlreichen Fragen der Gäste. Wie die Zuweisung nach Krefeld erfolgt, wie die Flüchtlinge menschenwürdig untergebracht und versorgt werden, wie lange die Asylverfahren dauern und wie lange es braucht, um an einem Deutschkurs teilnehmen und wann sie eine Arbeitserlaubnis bekommen zu können, wollten die 34 Teilnehmer von Emmaus-Europa wissen. Während man sich in Krefeld eine schnellere Bereitstellung von Wohnungen für Flüchtlinge wünscht, ist man in Frankreich, dem Hauptsitz der Emmaus-Bewegung, schon froh, wenn sie überhaupt in eine überdachte Unterkunft kommen. - Am zweiten Tag erarbeitete die Emmaus-Gruppe im Jugendhaus der katholischen Kirche an der Felbelstraße Vorschläge, um die Lage der Flüchtlinge zu verbessern, und man diskutierte über Instanzen, die anzusprechen sind. Das Gespräch mit Europa-Parlamentariern habe noch keine nennenswerten Fortschritte gebracht, hieß es. Weil sich Emmaus angesichts des Flüchtlingssterbens im Mittelmeer regelrecht ohnmächtig fühlt, will man die Europäische Union wegen unterlassener Hilfeleistung anzeigen. "Wir ertragen das Sterben der Flüchtlinge nicht länger", machte Elli Kreul von Emmaus Krefeld ihrem Entsetzen Luft.

Bürgermeisterin Karin Meincke begrüßte derweil ihren französischen Amtskollegen Damien Carême aus der Stadt Grande-Synthe. Der Bürgermeister berichtete über ein Lager, das seine Stadt gegen den Willen des Innenministeriums aufgebaut hat. In Zusammenarbeit mit "Ärzte ohne Grenzen" will Grande-Synthe, das an Krefelds Partnerstadt Dünkirchen grenzt, auf diese Weise Flüchtlinge aus dem "Dschungel" heraus in menschenwürdigere Lebensbedingungen führen.

Christoph Bönders berichtete über die Arbeit des Krefelder Flüchtlingsrats. Allen war nach den beiden Tagen klar, dass die Lage von Flüchtlingen dringend verbessert werden muss.

Quelle: RP
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