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Serie Franzosen In Meerbusch
Zwei Französinnen finden sich im Rheinland

Meerbusch. Es genügen schon wenige Worte, und alle Herzen schlagen höher. Und das liegt eindeutig am zauberhaften Akzent. Denn egal, was Valerie Rosenbaum auf französisch sagt, es klingt immer wie eine Liebes-Erklärung. Die 44-Jährige wohnt seit 15 Jahren in Deutschland und seit vier Jahren in Lank, doch ihren Akzent hat sie bislang nicht ablegen können. "Solch' einen schönen französischen Einschlag in der Sprache hätte ich auch gerne.

Selbst wenn sie schimpft, klingt das nett", sagt ihre Freundin Carolin Gruß neidisch. Die 50-Jährige hat eine französische Mutter aus Bordeaux und einen deutschen Vater, wuchs zweisprachig auf, spricht beide Sprachen deshalb akzentfrei. Valerie Rosenbaum wuchs in Caen in der Normandie auf und lernte ihren Mann Marco Rosenbaum aus Strümp während des Studiums in Paris kennen. In Lank fühle sie sich wohl, aber ihre Sehnsucht nach Frankreich ist groß.

"Wir verbringen jeden Urlaub in meinem Heimatland. Das ist ein absolutes Muss." Carolin Gruß lebte als Kind unter anderem in Heidelberg, studierte Archäologie. Als sie vor zwölf Jahren zu ihrem Mann nach Strümp zog, änderte sie ihre berufliche Richtung, stellt in Handarbeit die französische Süßigkeit Macarons her. Die beiden Frauen kennen sich aus einem privaten Kontaktkreis für Franzosen. Sie sind sich einig: Die beiden Völker ergänzen sich wunderbar.

Unter Franzosen gelten die Deutschen als diszipliniert, gründlich und fleißig. Auf der anderen Seite bekommen die Germanen durch ihre Nachbarn unbeschwerte Lebenslust, Eleganz, Genuss, Individualität, Kreativität und Verführung ins Leben. Baskenmütze, Baguette, Brie und Bardot? Die meisten Klischees und Vorurteile sind lange überholt, meint Gruß. Es gebe allerdings Charakterzüge, die typisch für beide Seiten seien.

"Beim Auto und bei der Pünktlichkeit gibt es elementare Unterschiede", sagt Valerie Rosenbaum. "Das Auto ist in Deutschland ein Statussymbol, in Franzreich nicht. Dort hat jedes Auto Kratzer und Beulen." Stoßstangen seien eben immer noch die beste Einparkhilfe. Und von der preußischen Pünktlichkeit sind die Nachbarn weit entfernt. "Hat man eine Einladung, dann darf man erst 15 bis 30 Minuten nach der verabredeten Zeit klingeln", sagt Rosenbaum.

Zur Tour gehen beide nach Büderich. Aber nicht in erster Linie, um das Rennen zu sehen. "Die Fahrer rauschen in Sekundenschnelle an einem vorbei. Es geht uns eher darum, ein bisschen von dem Lebensgefühl einzuatmen."

(faja)
 
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