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Mönchengladbach
Auf den Spuren der Fledermaus

Mönchengladbach: Auf den Spuren der Fledermaus
Alfred Schneider ging mit rund 30 Teilnehmern eine Stunde auf Exkursion zu den heimischen Fledermäusen rund um Schloss Rheydt. FOTOS: JÖRG KNAPPE, DPA FOTO: Knappe Jörg
Mönchengladbach. Rund 35 Fledermausarten sind bei uns heimisch. Selten aber sieht man sie. NABU und BUND gingen nun zur Fledermausnacht NRW mit 30 Gladbachern rund um Schloss Rheydt auf Exkursion zu den nützlichen Säugetieren.

Es fängt schon leicht an zu dämmern, als die ersten Teilnehmer im Schloss Rheydt am vereinbarten Treffpunkt mit Stirn-und Taschenlampen bewaffnet eintreffen. Viele Eltern sind mit ihren Kindern gekommen. "Alle Kinder bitte nach vorne", sagt Alfred Schneider und versammelt die Kinder vor den Schautafeln, die er mit Nägeln an die Wand der Schutzhütte befestigt hat. Es sind Bilder von den verschiedenen Fledermausarten zu sehen, wie zum Beispiel das Langohr oder die aus Südamerika stammende Vampirfledermaus.

Insgesamt gibt es weltweit 1000 verschiedene Arten des Fledertieres. Sie alle sind Spezialisten und haben sich ihre Nische erobert. "In Deutschland gibt es 35 unterschiedliche Arten. Hier im Schloss ist es überwiegend der große und der kleine Abendsegler, die Breitflügelfledermaus, die Zwergohrfledermaus und die Wasserfledermaus", erklärt Schneider. Sie alle unterscheidet er anhand der unterschiedlichen Frequenzen, in denen sie sich bewegen.

Er präsentiert zwei Beispiele: Der große Abendsegler klingt wie plätschernde Wassertropfen, die Zwergfledermaus wie die Klicklaute, die Delphine von sich geben. Inzwischen ist es dunkel geworden, und Alfred Schneider gibt das Signal zum Aufbruch. Der Tross folgt dem Naturliebhaber in den Schlosspark. Immer wieder schaut er auf seinen Ultraschall-Detektor und stellt die Frequenzen neu ein. Doch zunächst ertönt nur rauschen.

Bis dann plötzlich das Plätschern des Abendseglers zu hören ist. Augenblicklich bleiben alle stehen, lauschen und richten die Taschenlampen in den Himmel, um die Fledermaus vielleicht zu sehen. Doch es bleibt bei den Geräuschen als Beweis. "Die Fledertiere legen unterschiedliche Strecken zurück. Die Langstreckenflieger können bis zu 1000 Kilometer in wenigen Tagen zurücklegen", erklärt Alfred Schneider. Weiter geht es durch den dunklen Schlosspark.

Doch nicht nur Fledermäuse begegnen den Hobbyforschern, sondern auch andere nachtaktive Tiere. Dann nach einiger Zeit schwindet das Rauschen aus dem Detektor und das Klicken als Zeichen für die Zwergfledermaus ist zu hören. Wieder gebanntes Lauschen, und die Blicke gehen Richtung Himmel. Diesmal hat die Expedition Glück! Für einen kurzen Moment ist die Fledermaus zu sehen, bevor sie wieder in den Bäumen verschwindet.

Aufgeregt laufen die Kinder zu den Eltern, um von ihrer Beobachtung zu berichten. "Ich hab sie gesehen!" oder "Mama, da war die Fledermaus." Alfred Schneider hat seinen Detektor wieder ausgerichtet, und die Suche wird fortgesetzt. Einige Zeit bleibt es nun still. Er nutzt die Gelegenheit, um noch mehr von den faszinierenden Tieren zu berichten, um die er sich nun seit 25 Jahren kümmert. "Die Fledermäuse lernen zunächst das Fliegen.

Doch selbst, wenn sie das können, sind sie noch lange nicht ohne Mutter überlebensfähig", erklärt er. Plötzlich wird das monotone Rauschen des Ultraschall-Detektors noch einmal unterbrochen. Wieder ist ein Plätschern zu hören und die Geduld wird zum Abschluss des Rundgangs noch einmal belohnt. Zweimal zeigt sich eine Fledermaus am Nachthimmel. Die Freude ist groß. Alfred Schneider hat noch eine Überraschung für die Kinder und überreicht ihnen eine liebevoll gestaltete Karte mit einer Fledermaus darauf als Andenken.

EVA BACHES

Quelle: RP
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