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Mönchengladbach
Elsen (SPD) will Masterplan zum Thema Jugendarbeitslosigkeit

Mönchengladbach. Der Gladbacher Arbeitsmarkt hat erfreulich an Fahrt gewonnen, doch bei der Zahl der Jugendlichen ohne Schulabschluss nimmt die Stadt hinter Gelsenkirchen und Essen einen unrühmlichen dritten Platz ein. Hier gibt es eine große Klientel mit beruflich schlechten Aussichten. Die Katholische Betriebsseelsorge in der Region hatte daher zum zweiten Mönchengladbacher Arbeitsgespräch ins Haus der Regionen gebeten. Thema: die Jugendarbeitslosigkeit vor Ort. In einer Podiumsdiskussion tauschten Vertreter von Stadt, Schulen, Kirche, Gewerkschaften, Kreishandwerkerschaft, IHK und WFMG Erfahrungen aus. Von Angela Wilms-Adrians

Bernd Meisterling-Riecks vom Jobcenter nannte Fakten zur Entwicklungen in der Arbeitswelt. Jungen Menschen empfehle er, nicht ausschließlich auf Modeberufe zu schielen, sondern immer auch einen Plan B zu haben. Bewerber sollten ihre Soft Skills stärken. Und er riet: Ehrenamtliche Arbeit gehöre mit in den Lebenslauf.

Reinhold Schiffers, Ratsmitglied und Leiter des Weiterbildungskollegs, rügte, dass den erfolgreichen Schülern viel Zeit zur Entwicklung eingeräumt werde, aber nicht den 20 Prozent, die ohnehin große Schwierigkeiten hätten. Dabei fehlten gerade ihnen oft die Eltern, die Anteil nehmen und Mut machen. Elisabeth Hollenbeck von der Jugendförderung berichtete von der assistierten Ausbildung, bei der Sozialpädagogen Unterstützung geben und verhindern helfen, dass Ausbildungen vorschnell abgebrochen werden. Elisabeth Brack von der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung berichtete vom Erfolg der Ausbildungspaten, die Jugendlichen beim Übergang von der Schule ins Berufsleben helfen. Mehrfach gab es Kritik an den Schulen, die angeblich die Selbstständigkeit nicht genug förderten und Leninhalte ändern sollten. Susanne Feldges von der WFMG befand jedoch, dass den Schulen ohnehin zu viel aufgebürdet werde. "Mit den Anforderungen wäre jedes Unternehmen überfordert", stellte sie fest.

Regionaldekan Ulrich Clancett forderte auf, sich von "altbackenen Modellen" nach dem Motto Schule - Ausbildung - Anstellung - Rente zu verabschieden. "Die Pluralität dieser Welt ist in den Systemen noch nicht präsent", mahnte er an. Hermann-Josef Kronen vom Volksverein forderte, eine lernentwöhnte Zielgruppe brauche besondere Hilfsangebote: "Wir müssen hier gesellschaftlich investieren. Das kostet Geld". Bürgermeister Ulrich Elsen freute sich, von vielen guten Ideen gehört zu haben. Er wünschte sich einen Masterplan zur Vernetzung der unterschiedlichen Ansätze, um die Effektivität zu erhöhen.

Quelle: RP
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