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Mönchengladbach
Polizei verstärkt Drogenkontrollen

Mönchengladbach: Polizei verstärkt Drogenkontrollen
Dieses Auto wurde sichergestellt. Der Fahrer stand unter Drogen, die Kennzeichen passten nicht zum Auto, und auch sonst stimmte einiges nicht. FOTO: Reichartz
Mönchengladbach. In der Stadt wächst die Zahl der Unfälle, bei denen die Verursacher unter Betäubungsmitteln stehen. Die Polizei will nun stärker kontrollieren. Denn sie weiß, die Dunkelziffer ist "erschreckend hoch". Gestern gingen sechs Fahrer ins Netz. Von Gabi Peters

Die Polizei hatte ihren Kontrollpunkt an der Aachener Straße gerade erst fünf Minuten eingerichtet, da ging auch schon der erste Fahrer unter Drogen ins Netz. Nach wenigen Stunden waren es schon sechs Männer, bei denen sich herausstellte, dass sie Rauschmittel konsumiert hatten.

Darunter auch ein junger Mann, der mit Frau und kleinem Kind im Auto fuhr. Nach mehreren Versuchen, ihn zum Urintest zu bewegen, gab er schließlich zu, Drogen konsumiert zu haben. Weiterfahren durfte er nicht mehr. Frau und Kind mussten sich ein Taxi nehmen. Und das Auto? Das wurde erst einmal sichergestellt. Die Polizisten hatten schnell festgestellt, dass die Kennzeichen nicht zum Auto passten. Das Fahrzeug ist nicht versichert, die Nummernschilder sind höchstwahrscheinlich gestohlen.

"Drogen am Steuer - das ist im Land eine der Hauptunfallursachen", sagt Einsatzleiter Achim Hendrix. In Mönchengladbach sei die Zahl der Verkehrsunglücke unter dem Einfluss von Cannabis, Morphinen, Amphetaminen und anderen Rauschmitteln im vergangenen Jahr um 45 Prozent gestiegen. Warum das so ist, darüber könne man bislang nur spekulieren. Dirk Hoff, Leiter der Direktion Verkehr, ist sich sicher: "Die Dunkelziffer beim Thema Drogen am Steuer ist riesig hoch. Und, wenn man die Fahrten unter Medikamenteneinfluss hinzunimmt, geradezu erschreckend hoch."

In der Stadt gibt es die Schwerpunktkontrollen "Drogen" schon seit einigen Jahren. Weil die Zahl der berauschten Fahrer, die von einigen Polizisten auch "tickende Zeitbomben" genannt werden, steigt, soll nun engmaschiger überprüft werden. "Unser Ziel ist es, quartalsmäßig zu kontrollieren", sagt Hendrix. Wie wichtig das ist, zeigen die Erfahrungen: Regelmäßig wird bei fünf bis acht Prozent der überprüften Fahrer Betäubungsmittelkonsum festgestellt. In der Spitze steht sogar jeder zehnte Autofahrer unter Drogen. Die "nur" sechs erwischten Fahrer von gestern waren aus Polizeisicht da eine "erfreuliche Ausnahme". Alle Fahrer, bei denen der Vortest positiv ausfällt, müssen zur Blutprobe. Getestet werden die Proben auf Wirkstoff und Wirkstoffgehalt. Bei Überschreitungen drohen harte Strafen, auch wenn die Fahrt unter Drogen keine Unfallfolgen hatte. Wer zum ersten Mal erwischt wird, muss 500 Euro zahlen und bekommt einen Monat Fahrverbot. Mehrfachtäter müssen 1000 Euro zahlen und drei Monate darauf verzichten, sich ans Steuer zu setzen. Unbelehrbare verlieren Führerschein noch länger, manchmal für immer.

Auch wenn es bei den Kontrollen in erster Linie um Betäubungsmittel geht, werden meist auch andere Verstöße festgestellt. "Im vergangenen Jahr hatten wir einen, der falsche Personalien angab und keinen Führerschein besaß. Sein Fahrzeug war nicht versichert, er stand unter Drogen und wurde mit drei Haftbefehlen gesucht", berichtet Polizist Jürgen Jansen.

Quelle: RP
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