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Analyse
Schon der Start wird die Richtung weisen

Analyse: Schon der Start wird die Richtung weisen
August 2016: GHTC-Trainer Patrice Hopfe (li.) und Teamchef Henrik Schmidt (re.) erhalten den Meisterpokal von DTB-Vizepräsident Bernd Greiner. FOTO: Molt (Archiv)
Tennis. Der Gladbacher HTC startet am Sonntag als amtierender Deutscher Meister in die neue Bundesliga-Saison. Erneut zählt er zu den Titelkandidaten, doch müssen wie im Vorjahr Einstellung und Aufstellung an jedem Spieltag wieder stimmen. Und der Auftakt hat seine Tücken. Von Thomas Grulke

"Märchenhaft" war im vergangenen August der wohl am häufigsten benutzte Begriff beim Gladbacher HTC, wenn es galt, den ersten Titelgewinn in der Tennis-Bundesliga zu beschreiben. Dabei war es keineswegs überraschend, dass Gladbach die Meisterschaft errang, da es sich innerhalb von zwei Jahren einen Kader zusammengestellt hatte, mit dem es 2016 zwangsläufig zum Kandidatenkreis zählte. Und doch entstand etwas Märchenhaftes an den Holter Sportstätten, da beim GHTC tatsächlich eine echte Mannschaft auflief, in der auch die prominenteren Profis bereit waren, alles für den Titel zu investieren. Und da das Team nun im Vergleich zum Meisterjahr nur moderat verändert wurde, dürfte auch in der am kommenden Sonntag beginnenden Spielzeit die Lust auf die Liga wieder groß sein im 16-köpfigen Kader.

Der Teamgeist war ein entscheidender Faktor für die Deutsche Meisterschaft, doch alleine mit ihm ist der Triumph nicht zu erklären. Es gehört auch das taktische Geschick dazu, die Stärken des Kaders so auszunutzen, dass man möglichst in jedem Spiel "siegfähig" ist. Teamchef Henrik Schmidt und Cheftrainer Patrice Hopfe ist dieser Spagat zwischen sportlichen Überlegungen und finanziellen Möglichkeiten im Vorjahr gelungen, was nicht zuletzt an der klugen Transferpolitik lag. Doch einen Faktor wussten die Verantwortlichen zusätzlich auszunutzen, der nicht zu beeinflussen ist: Das Zusammenspiel zwischen Bundesliga-Spielplan und ATP-Tour.

Wenn die Liga startet, macht der Profi-Tross gerade in Wimbledon Station. Asche-Spezialisten haben bei dem traditionsreichen Rasen-Turnier gewöhnlich einen schweren Stand, weswegen die Bundesliga-Teamchefs an den ersten drei Spieltagen während Wimbledon auf starke Kader hoffen können. Im vergangenen Jahr startete der GHTC in jener Phase gegen zwei schwächer eingestufte Gegner. Von besonderer Bedeutung war allerdings dazwischen am zweiten Spieltag der 4:2-Erfolg beim Titelaspiranten TK GW Mannheim. "Dieser Sieg war nur möglich, weil wir mit unseren Topleuten Philipp Kohlschreiber und Albert Ramos antreten konnten", sagt noch heute Henrik Schmidt zum Erfolg, der den Weg ebnete zum Titelgewinn. Er gab den Ambitionen einen zusätzlichen Schub, er trug die Mannschaft durch die Saison. Auch ein Auswärtswochenende mit zwei 1:5-Niederlagen konnte den GHTC nicht mehr stoppen. Die beiden abschließenden Heimspiele gewann er souverän - und feierte anschließend sein Märchen.

Damit sich das wiederholen kann, muss Gladbach genauso heimstark auftreten wie in der Vorsaison. Auch diesmal hat der GHTC an den letzten beiden Spieltagen Heimrecht. Doch der Start hat es in sich. Zum einen ist der Titelverteidiger am zweiten Spieltag spielfrei - womit die Option, an diesem Tag mit einem hochkarätig besetzten Aufgebot zu punkten, verstreicht. Zum anderen wird der Auftakt mit dem Spiel beim Titelkandidaten HTC BW Krefeld am kommenden Sonntag und dem Heimspiel gegen den Rochusclub Düsseldorf - einer der beiden Gladbach-Bezwinger in der Vorsaison - am darauffolgenden Sonntag gleich einmal die Richtung weisen, ob der GHTC sein Märchen 2017 fortschreiben kann.

Quelle: RP
 
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