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Mönchengladbach
Zwei Investorengruppen wollen Seasons bauen

Mönchengladbach. Das jüngste Konzept von einer gigantischen Sport-Fun-Arena im JHQ mit Einkaufszentrum, Hotels, Wohnen und einem angrenzenden Business-Park überzeugt die Stadt nicht. Trotzdem arbeiten gleich zwei Investorengruppen weiter an dem Ziel, das "Seasons" zu bauen. Von Ralf Jüngermann

Ingo Tscharnke, der als Location-Scout in mehreren Ländern nach einem geeigneten Platz für das Riesenprojekt gesucht hat, sagte der RP: "Wir werden das Seasons definitiv bauen. Und Mönchengladbach ist wegen seiner Lage eine coole Location, von der wir überzeugt sind." Eine Alternative gibt es laut Tscharnke in der Altmark in Sachsen-Anhalt. Istanbul, Tilburg und eine belgische Stadt hätten Interesse gezeigt. Alle drei kämen aus unterschiedlichen Gründen jedoch nicht in Frage. Tscharnke spricht von zwei Milliarden Euro, die eine europäische Großbank für das Invest zugesichert habe.

Die Vertreter der Stadt, die Tscharnke aus mehreren Verhandlungsrunden kennen, sind eher skeptisch ob dieser Aussagen. Tatsächlich wird aber zu dem Thema kontinuierlich weiter verhandelt - und zwar mit zwei Investorengruppen, die unabhängig voneinander an der Realisierung arbeiten. Das sei bei Projekten dieser Größe eher die Regel als die Ausnahme.

Tscharnke nennt im Gespräch Details zum Stand der Verhandlungen. Der Grundstückseigentümer, die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima), habe ein Kaufangebot für das Gelände gemacht, das deutlich über 100 Millionen Euro liege. Allein 40 Millionen kostet der Abriss der über 2000 Gebäude. Den Seasons-Planern reichen gut 100 Hektar. Die Bima will aber über 350 Hektar verkaufen. Wegen des hohen Grundstückspreises habe man ein Konzept für einen kleinteiligen Business-Park entwickelt, der das Invest absichern soll. "Unser Konzept wäre ideal für Start-ups: Wohnen und Arbeiten in einem Haus", so Tscharnke. Doch genau dieser Teil des Plans hat dafür gesorgt, dass die Stadt ihr Veto eingelegt hat. So viel zusätzliche Bürofläche sei für Gladbach unrealistisch.

Tscharnke ist darüber zwar enttäuscht, bleibt aber gelassen. "Innovative Großprojekte brauchen ihre Zeit", sagt er. Und innovativ sei die Seasons-Idee auf jeden Fall. Vier riesige Hallen mit Trendsportarten, allein die Winter-Halle soll mehr als 100.000 Quadratmeter Fläche haben. Zur Frühlingshalle soll eine riesige Wildwasser-Bahn gehören. Darum sei der Begriff Freizeitpark im Zusammenhang mit dem Seasons auch irreführend. "Es geht nicht ums Bespaßt-Werden, sondern um das Selber-Ausprobieren", so Tscharnke.

Quelle: RP
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