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Mönchengladbach
Zwölf Demos gegen NPD-Aufmarsch

NPD-Verbotsantrag - ein riskantes Unterfangen
NPD-Verbotsantrag - ein riskantes Unterfangen FOTO: dapd, Nigel Treblin
Mönchengladbach. 2000 Menschen wollen sich in Mönchengladbach am 1. Mai dem Aufmarsch der rechtsextremen NPD entgegenstellen. Schon jetzt sind ein Dutzend Gegendemonstrationen von Vereinen, Organisationen, Politikern und Privatpersonen angemeldet. Von Gabi Peters

Sie wollen ein klares Zeichen setzen - "gegen Rassisten, Fremdenhasser und Nazis". Rund 2000 Menschen werden am 1. Mai gegen den geplanten NPD-Aufmarsch in der Stadt demonstrieren. Seit Monaten werben die Rechtsextremen bundesweit für ihre Aktion "gegen Asylbetrug" in Mönchengladbach. Wie viele Teilnehmer sie mobilisieren können, ist offenbar noch nicht ganz sicher. Bei der Anmeldung soll noch keine konkrete Zahl genannt worden sein. Angeblich wurden Flyer mit dem Hinweis auf die Demo in vielen Städten und Gemeinden verteilt. Am letzten "großen" Aufmarsch der NPD in Mönchengladbach im Juli 2007 nahmen 160 Anhänger teil. 800 Menschen kamen zu Gegendemos zusammen.

Dieses Mal werden es voraussichtlich viel mehr. Bis jetzt sind schon zwölf Gegendemos für den 1. Mai angemeldet. Auch bei den "normalen" Maikundgebungen sollen klare Worte gegen Rassismus ausgesprochen werden. Vereine, Gewerkschaften, Organisationen, Politiker und Privatpersonen wollen sich am 1. Mai der NPD und ihren "menschenverachtende Ansichten" entgegenstellen. Von 10 bis 16 Uhr wird an vielen Stellen in der Stadt gegen Fremdenfeindlichkeit demonstriert. Aktionen wurden angekündigt auf dem Marktplatz in Rheydt, in Eicken, am Europaplatz, auf dem Kapuzinerplatz und an etlichen anderen Stellen.

NPD-Demo in Duisburg: Prügelei zwischen Linken und Rechten FOTO: Christoph Reichwein

Vor allem die Gewerkschaften sehen in der NPD-Aktion ausgerechnet am Tag der Arbeit eine Provokation. Zur Gegendemonstration rufen aber auch das Bündnis "Mönchengladbach stellt sich quer", die Jusos, die SPD, die Grünen, Die Linken, Die Partei, die Piratenpartei, die Falken, der Mönchengladbacher Karnevalsverband, der Asta der Hochschule Niederrhein, der Volksverein, die GEW, die Bezirksschülervertretung, HORST, das Bündnis "Aufstehen" und viele mehr auf. "Nur gemeinsam können wir uns dem Aufmarsch entgegenstellen und den Tag zu einem Desaster für die NPD und ihre Anhänger machen", heißt es auf der Internetseite der Mönchengladbacher Jusos.

Fotos: 200 Meerbuscher protestieren friedlich gegen eine NPD-Demo FOTO: Ulli Dackweiler

Einen Aufruf des Bündnisses "Mönchengladbach stellt sich quer" zur Gegendemo am 1. Mai unterzeichneten neben Regionaldekan Ulrich Clancett und Superintendent Dietrich Denker 36 weitere Einzelpersonen, Verbände, Vereine und Organisationen. In dem Aufruf heißt es: "Weder die menschenverachtenden Ansichten der NPD noch ihr Rassismus und Nationalismus haben etwas in Mönchengladbach verloren. Wir wollen ganz klar Stellung beziehen gegen die Hetze der NPD gegen Asylbewerber - Menschen, die bei uns Zuflucht suchen, haben Schutz verdient! Wir werden Flüchtlinge gegen Rassisten und Rechtsradikale jeglicher Couleur verteidigen!"

Der DGB hat seine Veranstaltung zum Tag der Arbeit unter die Überschrift "Kein Platz für Nazis" gestellt. Er feiert ab 13 Uhr auf dem Rheydter Marktplatz ein internationales Familienfest. Um die "Sinne zu schärfen" für den bevorstehenden NPD-Aufmarsch lädt die Gewerkschaft für den 16. April, 18.30 Uhr, zur Vortragsveranstaltung mit dem freien Journalisten Michael Klarmann ein. Als "ausgewiesener Kenner" der regionalen Naziszene wird er im DGB-Haus an der Rheydter Straße 328 einen Einblick in die Strukturen, Methoden und Aktionsformen der Neonazis geben.

Brand in zukünftigem Flüchtlingsheim in Tröglitz FOTO: dpa, hsc cul

Bei der NPD-Demo in Mönchengladbach sollen unter anderem der NRW-Landeschef Claus Cremer und die NRW-Landesjustitiarin Ariane Meise, die regelmäßig bei den Dügida-Aufmärschen in Düsseldorf erscheint, als Redner auftreten.

Quelle: RP
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