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Neuss
Bei der 14. Rathauskantine haben "Hetze" und "Petze" Premiere

Neuss. Mit "Lauer Lenz an bunten Eiern" gibt das Theater am Schlachthof schon zum 14. Mal einen besonderen Einblick in die Stadtverwaltung. Von Dagmar Fischbach

Gott sei dank, sie sind wieder da - die heimlichen Herrscher der Neusser Stadtverwaltung: Hausmeister Jupp Schwaderath (Dennis Prang), Archivar Alfred Sülheim (Jens Spörckmann) und Controllerin Simone Strack (Stefanie Otten). Ihr Reich: Die Rathauskantine - wenn sie endlich wieder öffnet, weiß man, was Neuss in den drei Monaten zuvor gefehlt hat.

Das 14. Menü des Lokal-Kabaretts im Theater am Schlachthof trägt den Namen "Lauer Lenz an bunten Eiern". Serviert wird ein wunderbares Potpourri aus intelligenten Witzen, scharfsinniger Komik und bissigen Pointen.

Archivar Sülheim kämpft schon seit einem Vierteljahr für die Anerkennung der Stadt Neuss als Weltkulturerbe. Dass es das Schützenwesen inzwischen auf die Unesco-Liste geschafft hat, tröstet nicht: "Wir müssen uns den Titel teilen. Mit Saarländern, Niedersachsen und anderen germanischen Stämmen, die behaupten zu wissen, wie man Schützenfest feiert. Was haben wir noch, das uns einzigartig macht?" Klarheit soll eine Telefonumfrage bringen, bei der ihm der sprachakrobatische Hausmeister Schwaderath helfen soll: "Ich habe genug zu tun. Noch mehr und ich bekomme das Dörrobst-Syndrom!"

Burnout ist, was der Facility-Manager meint. Tatsächlich steht aber eine Frau am Rande des Nervenzusammenbruchs: Controllerin Strack. Sie soll eine Dokumentation aller Rathaus-Arbeitsplätze erstellen: "Teil der Transparenzoffensive des Bürgermeisters." Für mehr Transparenz im Rathaus macht sich auch Schwaderath stark. Der Hausmeister packt die rund 4,5 Millionen Papierdokumente der Stadtverwaltung in Klarsichthüllen.

Mitten ins hektische Treiben platzt Karl-Heinz Schwelm (Johannes Schwelm), der bislang in der Rathauskantine Kurse gab: "Ich war Motivationstrainer aber irgendwann hatte ich keinen Bock mehr."

Es entsteht ein herrliches Wirrwarr scharfzüngiger Analysen und amüsanter Songs. Ein Highlight sind die neu eingeführten Kantinen-Tratscher "Hetze & Petze": "Ich habe von einem Freund der Nichte meines Kollegen gehört, dass der Further Hof pleite gegangen ist, damit da Asylanten einziehen können", wispert Petze. "Und mir hat ein Vetter des Onkels meiner Bekannten erzählt, dass die als Nächstes ins Schwatte Päd einquartiert werden", ergänzt Hetze.

Für Archivar Sülheim gibt es noch einen Lichtblick: Die Tour de France soll 2017 nach Neuss kommen. "Ein Alleinstellungsmerkmal", jubelt er, fragt aber zugleich: "Haben wir genug Apotheken, um die Sportler zu versorgen?" Die Antwort gibt es leider erst in der nächsten Rathauskantine Ende Mai.

Quelle: NGZ
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