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Radevormwald
Nach der Wahl ist bereits vor der Wahl

Radevormwald: Nach der Wahl ist bereits vor der Wahl
Von seinem persönlichen Sieg hat CDU-Landtagsmitglied Jens Nettekoven (l.) in Remscheid erfahren. Als dieses Foto in Rade entstand, gratulierten CDU-Mitglieder noch zu einem guten Ergebnis im Land. FOTO: Wolfgang Scholl
Radevormwald. Der Blick der Parteien ging gestern bereits zum Teil nach vorne. Während ein CDU-Vertreter am Abend nach Wiehl zur Vorbereitung der Bundestagswahl fuhr, sehen die anderen jetzt erst mal wieder die kommunale Arbeit im Vordergrund. Von Wolfgang Scholl

Nach der anstrengenden Wahlkampfarbeit der vergangenen Wochen folgt für den CDU-Ortsvorsitzenden Sebastian Schlüter in seiner Freizeit nun die Ratsarbeit - aber auch schon der Blick auf den 24. September, wenn der Bundestag neu gewählt wird. "Heute Abend fährt einer von uns zur Bundestagswahl-Vorbereitung in Oberberg. Wiehl statt Remscheid", sagte Schlüter gestern. Die Junge Union aus Rade und Remscheid wird den Sieg der Partei und den von Jens Nettekoven mit einer gemeinsamen Party feiern. "Da ist etwas zusammengewachsen", ergänzte Schlüter. Der Wahlkampf sei ein heißer Ritt gewesen, der viel Kraft gekostet habe. "Radevormwald war für Nettekoven der Gewinner. Er war sehr häufig hier", sagte Schlüter und ergänzte, "das gibt Auftrieb für die ganze Truppe für die kommenden Monate."

Als "krachende Niederlage" wie Kanzlerkandidat Martin Schulz sieht Arnold Müller das Ergebnis. Der stellvertretende Ortsvorsitzende sagt, dass es ihm um Sven Wolf leid tue, der einen engagierten Wahlkampf und sich zum Beispiel für die Sekundarschule und die Sanierung der Uelfe-Wuppertal-Straße und der nach Heidersteg stark gemacht habe. Als er am Freitag gehört habe, dass Hannelore Kraft als Ministerpräsidentin nicht von Rot-Grün ausgehe, habe er das als Vorahnung für eine Niederlage gesehen. Müller hofft, dass sich auch Nettekoven dafür einsetzt, "und auch die Förderzusagen für unsere vier Projekte eingehalten werden".

Jutta Eifer von der FDP bedauert, dass es Jörg von Polheim nicht in den Landtag geschafft hat, "obwohl es ein sehr gutes Ergebnis für uns ist". Eifer, die demnächst als Fraktionsvorsitzende im Rat agieren wird, glaubt, dass viele Leute es leid gewesen wären, dass sie von den Grünen bevormundet wurden. Für ihre kleine Ortspartei rechnet sie mit einer intensiven Wahlkampfphase ab Mitte August. "Dann werden wir uns voll für die Bundestagswahl einsetzen", sagt Jutta Eifer.

Auch Elisabeth Pech-Büttner (Fraktionsvorsitzende der Grünen) hätte der Kandidatin Jutta Velte ein besseres Ergebnis gewünscht. Sie glaubt, dass das schlechte Ergebnis wohl vornehmlich der Landespolitik geschuldet ist. Für die Bundestagswahl wird man sich dem Team für Oberberg anschließen. Jetzt wird erst einmal die Stadtratssitzung für den 23. Mai vorbereitet, dann wird in die Zukunft geschaut.

Einzelkandidat Felix Staratschek landete am Ende bei 0,7 Prozent der Erststimmen (415). Er hatte sich nach eigener Aussage mehr als ein Prozent gewünscht. Die meisten Stimmen bekam er in seiner Heimatstadt Radevormwald.

Quelle: RP
 
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