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Telefonkonzern
Vodafone schließt Ratinger Standort

Vodafone schließt Ratinger Standort
Der Vodafone-Standort in Ratingen. FOTO: Achim Blazy
Ratingen/Düsseldorf. 1200 Mitarbeiter des Telefonkonzerns wechseln von einem Ratinger Standort in die Düsseldorfer Zentrale. Entlassungen gibt es vorerst nicht. Von Norbert Kleeberg und Reinhard Kowalewsky

Vodafone, Deutschlands zweitgrößter Telefonkonzern, verlagert in der Region massiv Arbeitsplätze. 1200 in Ratingen tätige Beschäftigte sollen ab spätestens 2018 in der Unternehmenszentrale in Düsseldorf arbeiten, wo jetzt rund 5000 Beschäftigte ihre Büros haben. Dies wurde auf einer internen Betriebsversammlung in Ratingen am Donnerstag bekanntgegeben. Auf der Versammlung sprachen Hannes Ametsreiter, der neue Vorsitzende der Geschäftsführung, sowie Toni Wolf, Vorsitzender des Betriebsrates. Quellen im Unternehmen bestätigten den Vorgang.

Drei Gründe

Es gibt drei Gründe für den Umzug: Das Gebäude in Ratingen ist mit vielen Einzelbüros und alter Technik nicht mehr zeitgemäß. Vodafone musste sich also entscheiden, entweder in Ratingen neu bauen zu lassen oder für die Kollegen intern Büros zu finden. Zweitens hat Vodafone im Düsseldorfer Campus, einem 19-stöckigen Hochhaus mit Nebengebäuden, größere Büroflächen erstellen lassen, als gebraucht werden. Um nicht ganze Etagen leerstehen zu lassen, haben Partnerfirmen rund 1000 Mitarbeiter auf dem Campus untergebracht - die sollen nun wieder ausziehen. Zudem könnten einige Mitarbeiter der Vodafone-Group von Düsseldorf nach Ratingen wechseln. Drittens spart Vodafone Mietkosten in Millionenhöhe, wenn das Objekt in Ratingen aufgegeben wird.

Zugleich belegt die große Zahl der bislang ungenutzten Büros, wie hart der Wettbewerb im Telekommunikationsmarkt für Vodafone geworden ist: Mit einem Abfindungsprogramm wurden 800 Mitarbeiter speziell in Düsseldorf dazu motiviert, das Unternehmen zu verlassen. Neue Zahlen für 2015 bestätigen den harten Wettbewerb: Der Konkurrent Telefonica Deutschland verlor ein Prozent Umsatz im Mobilfunkgeschäft, die Telekom 0,4 Prozent, Vodafone aber 1,7 Prozent. Grund: Es ist sehr schwer, den Kunden für höheres Datenvolumen auch mehr Geld abzuverlangen.

Kostensenkung als Ziel

Die Frage ist, ob bei der Vodafone (14.000 Mitarbeiter) weiterer Personalabbau geplant ist. Insider berichten, dass die Londoner Zentrale darauf drängt, die Kosten weiter zu senken. Ein neues Abfindungsprogramm scheint aber nicht auf der Tagesordnung zu stehen. Vodafone-Chef Ametsreiter muss vor allem ein Strategieproblem lösen: Vodafone tritt bundesweit mit dem Anspruch auf, mit Kabelglasfaser schnellere Internetanschlüsse als die Telekom zu bieten.

Dieser Anspruch ist aber nur außerhalb von NRW, Hessen und Baden-Württemberg erfüllbar, weil dort die von Vodafone für zehn Milliarden Euro geschluckte Kabel-Deutschland aktiv ist. In NRW, Hessen und Baden-Württemberg ist die Kölner Unitymedia dagegen der dominierende Kabel-Betreiber - Vodafone muss mit der Firma also kooperieren oder sie übernehmen

Quelle: RP
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