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Remscheid
Nettekoven und Wolf tauschen die Rollen

Remscheid: Nettekoven und Wolf tauschen die Rollen
Entspannte Mienen am Wahlabend: Mit Parteifreunden studierte Jens Peter Nettekoven (r.) die guten Wahlergebnisse der CDU im Ämterhaus. FOTO: Jürgen Moll
Remscheid. Um 4 Uhr am Montag steht fest, dass auch Sven Wolf wieder im Landtag ist. Nettekoven wird erster Ansprechpartner. Von Henning Röser

Müde, aber glücklich klingt Wahlsieger Jens Nettekoven (CDU) am Morgen nach seinem Sieg bei der Landtagswahl im Wahlkreis 35 (Remscheid / Radevormwald). Lange wurde noch in der Parteizentrale am Ebert-Platz gefeiert, um 8 Uhr war die Nacht dann schon wieder vorbei. Viel Schlaf hat der CDU-Vorsitzende nicht bekommen. Doch die vielen Glückwünsche, die per Mail, SMS oder WhatsApp eingegangen sind, wollen beantwortet werden. Es gibt schlimmere Pflichten.

Am Abend geht es bereits zu einem ersten Treffen nach Düsseldorf. Heute findet dann die konstituierende Sitzung der Landtagsfraktion statt. "Diesmal bin ich von Anfang an dabei, wenn die Aufgaben verteilt werden", sagt der Remscheider. Als Nachrücker für den ehemaligen NRW-Verkehrsminister Oliver Wittke war er in der vergangenen Legislaturperiode erst mit einem guten Jahr Verspätung in Düsseldorf angekommen.

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Lobbyarbeit für Remscheid machen, der Stadt helfen, das sei weiterhin sein Ziel. "Da wird sich an meiner Arbeit nichts ändern." Nur dass die CDU jetzt eben in Düsseldorf Einfluss nehmen kann. Den will er auch dafür nutzen, dass Remscheid weiter finanziell geholfen wird. Die "Angstmache" von SPD-Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz, der am Wahlabend im Ämterhaus an die fehlende Unterstützung durch die Regierung Rüttgers erinnerte, findet Nettekoven überzogen. Dass den Kommunen damals finanziell nicht geholfen wurde, sei ein Fehler gewesen, räumt er ein. Jetzt aber so zu tun, als ob alle Fehlentwicklungen in NRW auf die einzige Regierungsverantwortung der CDU in den vergangenen 40 Jahren zurückgehe, sei befremdlich.

Zusammenarbeit der drei Remscheider Landtagsabgeordneten habe es in den vergangenen Jahren leider nur wenig gegeben, sagt Nettekoven. Einzig beim Thema Müngstener Brücke habe man zusammen an einem Strang gezogen. Sonst hätten Sven Wolf (SPD) und Jutta Velte (Grüne) ihr eigenes Ding gemacht.

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Für die anstehenden Koalitionsgespräche hat Nettekoven klare Präferenzen: Eine schwarz-gelbe Regierung soll es werden.

Dass er sich am Sonntag Wahlsiegereinen Sven Wolf gewünscht hätte, daraus macht Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz (SPD) keinen Hehl. "Nun ist aber Jens Nettekoven unser Draht in die neue Landesregierung hinein." Dieser Draht sei immens wichtig für Remscheid. Die regelmäßig stattfinden Vier-Augen-Gespräche mit dem CDU-Fraktionsvorsitzenden würden nun noch mal um einige Themen erweitert. Nettekovens Rolle in Remscheid sei eine völlig andere geworden. Der SPD im Land rät der OB, die ungewohnte Oppositionsrolle anzunehmen.

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Zu der gehört dann auch Sven Wolf. Um 4 Uhr in der Nacht zum Montag stand fest, dass sein Listenplatz 16 reicht, um in den Landtag zu kommen. Die Liste der Landes-SPD zog genau bis zu seinem Platz. Immer wieder habe er im Innenministerium angerufen, um endlich Klarheit zu haben. Auch wenn sich einige der Minister, zu denen er gute Kontakte pflegt, nun plötzlich auf der Fraktionsbank wiederfinden werden, sieht Wolf die Früchte seiner Arbeit der vergangenen sieben Jahre nicht völlig verloren. Durch den Vorsitz in zwei Untersuchungsausschüssen (NSU und Anis Amri) habe er sich Anerkennung auch über Fraktionsgrenzen hinweg erarbeitet. Das werde jetzt hilfreich sein.

Als Oppositions-Politiker habe er in Zukunft andere Werkzeuge zur Verfügung, sagt Wolf. Er werde künftig "den Finger in die Wunde legen", wenn es im Landtag um die für Remscheid wichtigen Themen gehe.

Quelle: RP
 
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