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Behinsport
Rio statt Remscheid

Behinsport: Rio statt Remscheid
Trotz des enttäuschenden Abschneidens bei der Internationalen Deutschen Meisterschaft in Berlin hat Hannes Schürmann weiter fleißig trainiert. Das hat sich nun ausgezahlt. FOTO: Hertgen
Remscheid. Schwimmen: Hannes Schürmann fährt als Nachrücker zu den Paralympics nach Brasilien. Von Michael In't Zandt

Zuckerhut statt Bergisches Land: Hannes Schürmann fährt nun doch nach Rio de Janeiro. Der Remscheider Schwimmer mit Handicap, der für die SG Bayer startet, gehört zu den 148 Aktiven, die der Deutsche Behindertensportverband (DBS) in seiner Funktion als Nationales Paralympisches Komitee für die Paralympics gestern in Berlin bekannt gab. "Ich freue mich riesig", meinte Schürmann, der von seiner Nominierung nach dem Vormittagstraining erfuhr. "Für ihn ist das wie ein Sechser im Lotto", freute sich auch Vater Stephan Schürmann über die Nominierung.

Damit geht für Hannes Schürmann doch noch ein Traum in Erfüllung, der nach den Auftritten bei der Internationalen Deutschen Meisterschaft in Berlin Mitte Juni ausgeträumt schien. In der Bundeshauptstadt war der Remscheider angetreten, um die Norm über die 400 Meter Freistil, die Paradedisziplin des 18-Jährigen, zu knacken. Sowohl im Vorlauf als auch im C-Finale lief es nicht wie geplant. Beide Male blieb weit über der geforderten Norm. Der Traum war zu diesem Zeitpunkt geplatzt, die Enttäuschung entsprechend groß.

Nachdem Schürmann erst einmal eine Pause eingelegt hatte, stieg er wieder ins Training ein, denn er gehörte weiter zum Kreis der Paralympics-Kandidaten. Voraussetzung für eine mögliche Nachnominierung war jedoch, dass er weiter intensiv trainierte und topfit blieb. Diese Auflage erfüllte er.

Gestern Morgen kam dann der Anruf von der Bundestrainerin Ute Schinkitz, dass er mit nach Rio fährt. Er rückt für Sebastian Iwanow, der verletzungsbedingt passen muss. In der brasilianischen Metropole wird Schürmann voraussichtlich über sechs Strecken starten. "Ich möchte dort viele Erfahrungen sammeln", sagt der 18-Jährige, für den aus einem bisher eher durchwachsenen Wettkampfjahr über Nacht das erfolgreichste Jahr der Sportkarriere wurde.

Die Nominierung für die Paralympics war für Schürmann das sportliche Sahnehäubchen. Aber auch beruflich läuft's bei ihm. Nach bestandenem Fachabitur hat es nun auch mit der erhofften Lehrstelle geklappt. Dass der Remscheider direkt schon bei Arbeitsbeginn ein paar Urlaubstage für das Abenteuer Rio "opfern" muss, nimmt er dabei gerne in Kauf.

Quelle: RP
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