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Remscheid
Über Menschen auf der Flucht

Remscheid. Schüler der Alexander-von-Humboldt-Realschule haben Bilder gemalt, die das Thema Krieg, Leid und Flucht ins Visier nehmen. Die Ausstellung ist eröffnet. Von Cristina Segovia-Buendía

Schüler der Abschlussklasse 2016 der Alexander-von-Humboldt-Realschule haben sich im vergangenen Halbjahr intensiv mit dem Thema Flüchtlinge beschäftigt und unter anderem Bilder gemalt, Skulpturen oder Collagen erstellt. Entstanden ist eine kleine Ausstellung unter dem Titel "Menschen auf der Flucht", bestehend aus 17 Werken, die jetzt im Gemeindehaus der Lutherkirche eröffnet wurde. In den kommenden Monaten wird sie durch den Kirchenkreis Lennep wandern.

Ilaya Hatice Ünlü ist 16 Jahre alt und eine der Schüler, , deren Werk öffentlich ausgestellt ist. "Es ist schön, das eigene Bild in einer Ausstellung zu sehen", sagt sie. "Aber viel mehr freut es mich, zeigen zu können, dass sich Jugendliche auch mit so schweren Themen auseinandersetzen. "Meine Gefühle kann ich durch das Bild mit anderen teilen." Ihr Bild braucht keine großen Erklärungen: Eine Friedenstaube mit ausgestreckten Flügeln ist im Vordergrund zu sehen, platziert am unteren Bildrand. Hinter ihr wird ein dickes Gefängnisgitter sichtbar, durch das zwei sich aufeinander zu bewegende Panzer zu sehen sind. Der Frieden ist gefangen, während sich die Menschen bekriegen - eine einfache, aber bewegende Bildsprache.

Das Motiv hat Ünlü selbst entworfen und dabei auf weitere Details geachtet. "Der Krieg findet in der Gegend um Syrien, Iran und Irak statt. Ich stelle mir, dass es dort sandig und staubig und nichts von einer Stadt mehr übrig ist." Der Boden, auf denen sich zwei verschieden farbigen Panzer bewegen, welche die verschiedenen Kriegsparteien symbolisieren, erinnert an eine Wüstenregion. "Die Friedenstaube will aus ihrem Käfig ausbrechen, doch sie kann es nicht, weil sie gefangen ist." Zum Arbeitsprozess sagt die 16-Jährige: "Es hat mich zwischenzeitlich sehr traurig gemacht, weil ich mir die vielen Kinder vorgestellt habe, die so viel Leid dort miterleben und nicht wie wir die Möglichkeit auf Bildung haben."

Auch vor dem Projekt war ihr das Thema bekannt, sagt sie. "Wir sehen es ja täglich, die Nachrichten von Krieg und Tod, aber durch das Projekt kann ich jetzt die Menschen besser verstehen." Mehr Mitgefühl sei entstanden. So soll die Ausstellung auch auf Besucher wirken, wünscht sich Dagmar Cronjäger, Schulreferentin des evangelischen Kirchenkreises Lennep: "Das Interesse an der Ausstellung ist in vielen unserer Gemeinden sehr groß", berichtet sie.

Noch bis zum 24. September werden die Werke in der Luthergemeinde an der Johann-Sebastian-Bach-Straße zu sehen sein, danach wandern sie weiter nach Lennep, Hasenberg, Reinshagen und Wermelskirchen.

Quelle: RP
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