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Lokalsport
Dem Triumph folgt die Enttäuschung

Dormagen. Zum Abschluss der Fecht-EM im polnischen Torun belegt das als Titelverteidiger angetretene deutsche Team mit Einzel-Europameister Benedikt Wagner, Max Hartung, Matyas Szabo und Richard Hübers (alle Dormagen) nur Platz sieben. Von Dirk Sitterle

Das war nicht das passende Ende für eine Europameisterschaft, die am Mittwochabend mit dem Sieg von Säbelfechter Benedikt Wagner in der Einzelkonkurrenz noch für Jubelarien gesorgt hatte. Im Mannschaftswettbewerb setzte sich der Champion gemeinsam mit Max Hartung, Matyas Szabo und Richard Hübers (alle TSV Bayer Dormagen) im Achtelfinale gegen Belgien zwar noch mit 45:31 durch, unterlag dann aber in der Runde der letzten Acht dem Ex-Weltmeister und Olympia-Dritten Italien mit 39:45 und musste sich schließlich mit Rang siebten zufriedengeben.

Dabei war der Titelverteidiger furios ins stets brisante Duell mit den Azzurri gestartet: Max Hartung brachte das deutsche Team gegen Enrico Berrè mit 5:0 in Front. Matyas Szabo jedoch, wie der ebenfalls für die Olympischen Sommerspiele in Rio qualifizierte Hartung schon im Einzel eine ziemliche Enttäuschung, zog gegen Luca Curatoli mit 1:10 (!) den Kürzeren und schickte Benedikt Wagner mit einem 6:10-Rückstand ins dritte Gefecht. Der Europameister bezwang zwar Diego Occhiuzzi wie schon im Einzel-Achtelfinale mit 6:5, den Rückstand sollten er und seine Teamkollegen indes bis zum Schluss nicht mehr aufholen. Die weiteren Zweikämpfe: Richard Hübers (für Szabo gekommen) - Enrico Berrè 1:5 (Zwischenergebnis: 13:20), Max Hartung - Diego Occhiuzzi 10:5 (23:25), Benedikt Wagner - Luca Curatoli 2:5 (25:30), Richard Hübers - Diego Occhiuzzi 6:5 (31:35), Benedikt Wagner - Enrico Berrè 5:5 (36:40), Max Hartung - Luca Curatoli 3:5 (Endstand: 39:45).

Damit blieben dem Europameister von 2015 (in Montreux) nur die Gefechte um die Ränge fünf bis acht. Auch dort lief es zunächst nicht rund, denn auch die Konfrontation mit der Mannschaft Weißrusslands endete mit einer 41:45-Niederlage. Mit dem deutlichen 45:33-Sieg über Großbritannien rettete das Quartett aus Dormagen dann wenigstens Rang sieben. So schlecht waren deutsche Säbelherren bei einer EM letztmals 2009 im bulgarischen Plowdiw gewesen.

Bereits am Donnerstag hatte das im Neuaufbau befindliche Damensäbel-Team in der Besetzung Anna Limbach, Judith Kusian, Lea Krüger (alle Dormagen) und Ann-Sophie Kindler (Eislingen) im Auftaktmatch gegen Aserbaidschan knapp mit 42:45 verloren und sich im Kampf um Platz neun gegen Weißrussland mit 45:38 durchgesetzt. Das fand DFB-Sportdirektor Sven Ressel nicht sonderlich prickelnd: "Das Ergebnis im Damensäbel kann uns nicht ganz zufriedenstellen. Aserbaidschan war auf jeden Fall schlagbar. Hier war sicher mehr drin." Der Titel im Damensäbel ging an die Russinnen, die in einer Neuauflage des Vorjahresfinals Frankreich mit 45:39 besiegten. Im Damendegen-Wettbewerb von Polen war Deutschland am Samstag im Achtelfinale beim 25:45 gegen den WM-Fünften Ungarn chancenlos. In der Trostrunde folgten ein 45:30 gegen die Niederlande, ein 38:41 gegen die Schweiz und ein 45:30 gegen Schweden.

Mit Säbel-Gold durch Wagner und Florett-Bronze durch Carolin Golubytskyi vom FC Tauberbischofsheim sowie den Bonner André Sanita kommt der Deutsche Fechter-Bund in Torun zahlenmäßig auf die gleiche EM-Bilanz wie 2015, als es je einmal Gold, Silber und Bronze gab. Als Einzige des deutschen Olympia-Teams stand Carolin Golubytskyi auf dem Podest. Im Säbel-Einzel belegten Hartung und Szabo die Plätze 23 und 39. Der viermalige Individual-Weltmeister Peter Joppich wurde 13. mit dem Florett. Dieses Quartett bildet in Rio de Janeiro das kleinste deutsche Olympia-Fechtteam seit 60 Jahren.

Quelle: NGZ
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