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Lokalsport
Galopp: Neusser Sieg auf der Kult-Rennbahn in Paris

Neuss. Es gibt auf der sehr weiten Welt des Galopprennsports einige wenige Rennbahnen mit absolutem Kult-Status. Im guten alten Europa sind das in England die Derbybahn von Epsom, das sehr königliche Ascot (diese Bahn gehört der Queen) in der Grafschaft Berkshire und die Hindernisbahn von Cheltenham. Von Klaus Göntzsche

Im Galopprennsport-verrückten Frankreich genießt die Bahn von Paris-Longchamp diese Wertschätzung. Dazu unter den 240 Bahnen noch Deauville und Paris-Chantilly. Für einen "normalen" Besitzer oder Trainer dort ein Rennen zu gewinnen, ist enorm schwer und bleibt oftmals ein Leben lang unerreicht. Der Neusser Trainer Axel Kleinkorres hat seinem Berliner Besitzer Werner Krüger mit dessen Rennstall Unia das seltene Glück eines Sieges dort beschert. Beim achten Start für den Krüger-Rennstall gewann der fünfjährige Hengst mit dem merkwürdigen Namen Szoff über 2100 Meter mit einer halben Länge Vorsprung und immerhin 14 000 Euro. Kleinkorres: "Schon 300 Meter vor dem Ziel konnte man sehen, das er gewinnt. Es gab kein Zittern."

Kleinkorres hatte die Reise nach Paris allerdings nicht angetreten, das überließ er dem Unia-Racing-Manager Karl "Kiki" Trybuhl. Der Trainer bevorzugte das Sieberts-Wettbüro auf der Neusser Rennbahn. Immerhin war es für Kleinkorres bereits der dritte Erfolg auf der Nobelbahn, wo am ersten Oktober-Sonntag mit dem Prix de l'Arc de Triomphe das bedeutendste Rennen der Welt ausgetragen wird. Trotzdem finden normale Renntagen dort weitgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. So waren auch beim Sieg von Szoff kaum 1000 Besucher auf der riesigen Anlage. Die Franzosen wetten in den unzähligen Bistros, im Internet und haben den TV-Kanal Equidia abonniert. Über diese Quelle hat auch Besitzer Werner Krüger das Rennen verfolgt.

Krüger hat seinen Longchamp-Sieger im letzten Jahr vom Traditionsgestüt Schlenderhan in Bergheim an der Erft gekauft. Es sollte wohl nicht erst der achte Start den ersten Sieg bringen. Kleinkorres: "Der Besitzer ist aber ruhig geblieben. Schließlich war das Pferd mehrfach Zweiter."

Am 3. Juli soll es im Großen Preis von Lotto-Hamburg auf der Derbybahn in Hamburg-Horn weitergehen. Das ist ein Rennen der Champions-League des Galoppsports. Es gibt aber auch 32 000 Euro für den Sieger. Beim Blick in das bisher bekannte Melde-Ergebnis kann nur Respekt aufkommen. Die Bahn in Hamburg-Horn gehört wegen des früher nicht sonderlich guten Geläufs nicht zu den Lieblingsbahnen von Kleinkorres: "Leider gibt es auf keiner meiner Lieblingsbahnen ein solches Rennen für Szoff."

Quelle: NGZ
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