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Lokalsport
Großer Auftritt der Tischtennis-Spieler der GWN

Neuss. 15. Auflage der Landesmeisterschaften von "Special Olympics NRW" in der Stadionhalle an der Jahnstraße in Neuss. Von Stephan Glasmacher

Ein Jubelschrei hallte durch die Neusser Stadionhalle. Stefan Nellessen konnte sein Glück kaum fassen: Der Neusser Tischtennisspieler hatte soeben den letzten Ballwechsel zum Endstand von 11:9 für sich entschieden und damit Gold geholt - und das bei den von den Gemeinnützigen Werkstätten Neuss (GWN) ausgerichteten 15. Tischtennis-Landesmeisterschaften von "Special Olympics NRW", an denen knapp 180 Sportler mit geistiger Behinderung teilnahmen.

"Es war ein knappes Spiel, daher war die Anspannung bei mir sehr groß", sagte Nellessen direkt nach dem Finale. "Umso mehr habe ich mich nachher über den Sieg gefreut. Ich musste die Emotionen einfach rauslassen." Für den Neusser war es das erste Mal, dass er es bei dem heimischen Turnier ganz oben auf das Podest schaffte. Denn trotz zahlreicher Erfolge bei nationalen Spielen hatte Nellessen, der seit vielen Jahren für die GWN startet, "im eigenen Wohnzimmer" bisher noch nie die Goldmedaille gewonnen. Doch nicht nur er konnte sich über den ersten Platz freuen: Auch die Neusser Athleten Beate Heydorn, Elke Kühn, Dirk Fink und Patrick Haberland (alle GWN) waren in ihren jeweiligen Klassen siegreich. Neben ihnen konnten sich bei der abschließenden Siegerehrung auch die weiteren sechs Silber- und Bronzemedaillen-Gewinner aus Neuss über ihren Erfolg freuen. Thomas Gindra, GWN-Trainer und Organisator der Landesmeisterschaft, zeigte sich erfreut über die erbrachten Leistungen. "Es gab viele gute Ergebnisse unserer Athleten. Sie haben sportlich gut abgeschnitten", resümierte der GWN-Sportlehrer. Darüber hinaus freute sich Gindra als Organisator über das erstmalig angebotene Rahmenprogramm, das Tischtennis-Bundesligist Borussia Düsseldorf im Rahmen seines Integrationsprojekts "Bunt geht's rund" gestaltete. So war das gesamte Turnier für ihn eine "super gelungene Veranstaltung. Wir hatten so viele Helfer wie noch nie. Alles ist reibungslos abgelaufen."

Dabei war in diesem Jahr zum ersten Mal neben den normalen Tischtennis-Einzelwettbewerben ein sogenannter Unified-Wettbewerb ins eh schon volle Programm aufgenommen worden. Es wurden insgesamt zwölf Tischtennis-Doppel gebildet, bestehend aus einem Athleten mit Behinderung und einem Sportler ohne Handicap - meistens war dies ein Helfer. Jedes Doppel hatte fünf Spiele zu absolvieren, gespielt wurde nach der "Kaisertisch"-Methode, so dass am Ende in etwa gleichstarke Paarungen gegeneinander spielten. Nach der Premieren-Austragung bekam jeder teilnehmende Athlet eine Medaille überreicht.

Auch hier zog Gindra ein positives Fazit. "Beim Unified-Doppel gab es sehr sehenswerte Spiele, erst recht, wenn man bedenkt, dass die Doppelpartner vorher noch nie miteinander gespielt haben", sagte der GWN-Sportlehrer. "Das zeigt, dass alle Sportler begeistert bei der Sache waren."

Die Unified-Partner ohne Handicap nahmen fast ausschließlich zum ersten Mal an solch einem Wettbewerb teil, so auch Helfer Mikel Peschen. "Das Doppel hat mir viel Spaß gemacht, es war eine tolle Erfahrung", sagte der Tischtennisspieler, der demnächst häufiger bei Unified-Wettbewerben mitspielen will. Peschen findet es "super, dass so die Integration zwischen Menschen mit und ohne Behinderung gelebt wird."

Aufgrund der großen Zustimmung bei der Premiere plant Thomas Gindra, der bei "Special Olympics Deutschland" für Tischtennis zuständig ist, im Herbst eine eigenständige NRW- oder bundesweite Unified-Veranstaltung auszutragen. Doch zunächst wartet auf die Neusser Athleten der GWN das nächste große Highlight, die nationalen Meisterschaften von "Special Olympics Deutschland" im Juni. Dann will der Neusser Stefan Nellessen wieder Gold holen - diesmal nicht zu Hause am Rhein, sondern in Hannover.

Quelle: NGZ
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