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Lokalsport
Jugendarbeit soll zentrales Thema werden

Rhein-Kreis. Ein neues Förderkonzept des Tenniskreises Neuss soll mehr Kinder für den Sport begeistern. Von Lucas Bayer

Es war ein besonderer Moment für den Tennissport als Ende Januar dieses Jahres, erstmals seit 22 Jahren, eine Deutsche die Australian Open gewann. Seit dem Triumph von Angelique Kerber warten die Tennisverbände nun auf eine wachsende Popularität der Sportart.

"Natürlich erhoffen wir uns durch den Sieg einen Sog, der vor allem mehr Jugendliche in die Vereine bringt", sagte Helmut Keck auf der Mitgliederversammlung des Tenniskreises Neuss. Somit wurde auch gleich die Problemzone des Tennis im Kreis eingekreist: die Jugendarbeit. "Die Mitgliederzahlen sind stabil und die Leistungen gut, die Altersstruktur in vielen Vereinen ist allerdings höchst problematisch", beschreibt der Kreisvorsitzende die momentane Situation. Eine Debatte über Jugend-Tennis sei daher von essenzieller Bedeutung.

Was in Kecks Augen vor allem fehlt, sei ein Verein, "in dem der Kreis talentierten Spitzenspielern eine Perspektive bietet. Wir müssen uns die Frage stellen, warum Jugendliche immer wieder in andere Regionen abwandern." Um dort eine Lösung zu finden, wurde vom scheidenden Sportwart Wolfgang Hellmund - sein Nachfolger ist Ingo Parsch - ein neuer Ansatz eines "Jugendförderkonzeptes" vorgestellt. Dabei geht es vor allem um ein "ganzheitliches Projekt, das alle Bereiche umfasst." Den Schwerpunkt soll dabei ein "regionaler Stützpunkt" bilden, in dem talentierte Spieler besser gefördert werden können. Außerdem sollen durch mehr "öffentlichkeitswirksame Wettbewerbe und Schulturniere begeisterte Kinder für den Tennis-Sport gewonnen werden." Dabei gäbe es laut Keck "keinen Königsweg, um neue Tennisspieler, ob jung oder alt, anzuwerben."

Um die Aufgabenbereiche besser zu koordinieren wäre die Gründung eines Jugendförderausschuss "sehr wichtig". Hellmund betonte in seiner Ausführung allerdings immer wieder: "Wir stehen hier erst am Anfang und mögliche Gremien müssen erst gegründet werden." Außerdem seien die Jugendlichen heutzutage schulisch sehr belastet und ein Training wäre meist nur in den Abendstunden möglich. Ein erster Schritt müsse auf jeden Fall sein, betont Hellmund, dass "die Kooperation zwischen Vereinen, Jugendwarten und Trainern besser wird."

"Unter diesen Parteien entwickelt sich immer wieder ein gefährliches Spannungsfeld der Interessen," ergänzt Keck. Viele Trainer möchten ihre besten Spieler beispielsweise nicht einfach gehen lassen."Diese Mauern zwischen den Partnern müssen daher endlich aufgerissen werden", fordert Hellmund. Vereinsübergreifende Trainingseinheiten sollen auch im Seniorenbereich weiter intensiviert werden. So wird zum Beispiele die Initiative "Tennistreff 60+" in diesem Jahr fortgeführt. Dabei können Männer und Frauen gegen Mitglieder aus anderen Vereinen antreten.

In den Vorjahren prangerte der Vorsitzende die ständigen Querelen in den Dachverbänden des deutschen Tennis an. "Mittlerweile ist immerhin etwas Ruhe in den oberen Etagen eingekehrt", beurteilt Keck die momentane Situation. Sehr erfreut zeigt sich der wiedergewählte Vorstand über den Verbleib des TC Blau-Weiss Neuss in der Bundesliga. "Spitzensport tut nicht nur der Jugendarbeit gut, sondern ist auch für den Breitensport lebensnotwendig", sagt Keck. Trotz aller Schwierigkeiten in der Jugendarbeit sei Tennis im Rhein-Kreis insgesamt gut aufgestellt. "Tennis ist im Aufwind und bleibt eine der attraktivsten Sportarten", so der Vorsitzende. Auch in der Einbindung von Flüchtlingen könne der Sport, laut Keck, als Vorbild voranschreiten.

Passend zum allumfassenden Thema der Versammlung wurde die Ehrengabe 2016 an Jugendwartin Martina Landwehrs vergeben. Seit 26 Jahren kümmert sie sich um die Tennisjugend beim TC Gnadental und gehört außerdem dem Vorstand des Tenniskreises an.

Quelle: NGZ
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