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Neusser Voltigierer gehen wieder auf Medaillenjagd

Lokalsport: Neusser Voltigierer gehen wieder auf Medaillenjagd
Im Anflug: Leon Hüsgen vom RSV Neuss-Grimlinghausen hat bei den Junioren mit Nachwuchspferd Smarti bereits das Ticket für die Europameisterschaften gelöst. FOTO: Daniel Kaiser
Krumke/Warendorf.. Aber Mannschaft des RSV Grimlinghausen vertritt Deutschland erstmals seit 2010 nicht bei der Weltmeisterschaft in Le Mans. Erfolgspferd Delia verletzt. Von Daniel Kaiser

Einer ist bereits qualifiziert, drei Weitere könnten folgen: Obwohl es beim Voltigier-Championat 2016 - Junioren-EM und Senioren-WM im August in Le Mans - kein Neusser Team geben wird, empfehlen sich die hiesigen Athleten derzeit für die Tickets zu den kontinental-globalen Meisterschaften. Der Junior Leon Hüsgen hat die Fahrkarte bereits gelöst. Folgen könnten ihm in Pauline Riedl und Janika Derks sowie dem Pas-de-Deux Derks/Johannes Kay drei weitere Vertreter des RSV Grimlinghausen.

Die Hiobsbotschaft gab es bereits vor den vorläufigen Saisonhöhepunkten in Warendorf und Krumke, bei denen Bundestrainerin Ulla Ramge und Co. zu den Sichtungen für die aktuellen Championate gerufen hatte: Weil sich das Erfolgspferd Delia FRH beim Pfingstturnier in Wiesbaden am Hals verletzt hatte und tierärztlich behandelt werden musste, konnte die Mannschaft die Qualifikation für die WM im August nicht bestreiten. Schweren Herzens, aber voller Überzeugung. "Natürlich sind wir mehr als traurig, uns nicht mit den anderen Teams messen zu dürfen und die Chance auf eine erneute WM-Teilnahme in Le Mans zu verpassen. Aber unsere Pferde haben oberste Priorität in unserem Sport. Wir müssen die Verantwortung für sie übernehmen", erklärten die Trainerinnen Jessica Lichtenberg und Elisabeth Simon. Erstmals seit 2010 werden daher nicht die Rheinländer als deutscher Vertreter entsandt. Das Ticket sicherte sich am vergangenen Wochenende in Krumke der VV Ingelsberg aus Bayern im hauchdünnen Duell mit dem VV Köln-Dünnwald.

Stichwort Krumke: Im sachsen-anhaltinischen Pferdesportzentrum warfen auch die Neusser Einzelturner ihre Programme in die Waagschale für die Championats-Qualifikation. Am Ende mit beachtlichem Erfolg: Leon Hüsgen hatte mit Nachwuchspferd Smarti bereits eine Woche zuvor beim Preis der Besten in Warendorf das EM-Ticket gelöst, bestätigte seine gute Form in der Altmark mit Platz zwei bei den U18-Herren. Für Riedl und Derks ging es im Damen-Wettbewerb um die Qualifikation zum CHIO Aachen. Die Spielregeln sind wie eh und je: Vier deutsche Damen dürfen nach Vorauswahl in die Soers, drei davon dann zur WM. In Krumke konnten die Neusserinnen das Gremium um Bundestrainerin Ulla Ramge sowie das hochkarätige internationale Richterkollegium um den Briten John Eccles überzeugen. Mit ihrem Pferd Auxerre und longiert von Erfolgscoach Lichtenberg belegten die RSV-Amazonen am Ende die Plätze eins und drei. Kuriosum: Dies gelang den Rheinländerinnen trotz jeweils eines Sturzes in der Finalkür.

Die 26 Jahre alte Physiotherapeutin Derks hatte zunächst sowohl die Pflicht als auch das Technikprogramm mit haushohem Abstand gewonnen. Nach der Kür blieb sie trotz des Fauxpas im Endergebnis noch bei starken 8,002 Punkten. Ihre 22 Jahre alte Vereinskollegin und Maschinenbau-Studentin Riedl kam mit 7,746 Zählern ins Ziel. Dazwischen platzierte sich lediglich die Hamburger Unfallchirurgin Kristina Boe (7,819). Die mehrfache Weltcup-Siegerin Anna Cavallaro aus Italien (7,702) und Vize-Europameisterin Corinna Knauf aus Köln (7,667) blieben hinter dem Podest auf Distanz. "Beide hatten noch deutliche Reserven, aber wir sind auf einem sehr guten Weg", freute sich Trainerin Lichtenberg.

Gestern morgen verkündete die Deutsche Reiterliche Vereinigung dann die Namen der Athleten, die Deutschland in Aachen vertreten. Natürlich dabei: Riedl und Derks. Auch am Start sind Boe und Knauf. Nur eine Vertreterin aus diesem Quartett darf nicht in Le Mans auflaufen. Zuvor geht das Turnier in Aachen (8. bis 10. Juli) über die Bühne.

Quelle: NGZ
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