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Lokalsport
NRV hofft auf Radsport-Boom

Lokalsport: NRV hofft auf Radsport-Boom
Paul Voss gab alles, um die 14. "Tour de Neuss" für sich zu entscheiden - NRV-Vorsitzender Stephan Hilgers (r.) sah es mit Freude. FOTO: Andreas Woitschützke
Neuss. Startet die Tour de France in Düsseldorf, könnte davon auch die Tour de Neuss profitieren. Von Volker Koch

Matthias Welpmann hatte bei seinem "Antrittsbesuch" dem Neusser Radfahrerverein ein Gastgeschenk mitgebracht. Nämlich eine Erkenntnis, die der 46 Jahre alte Kölner schon in seiner kurzen Amtszeit als neuer Sportdezernent der Stadt Neuss gewonnen hat: "Außer der Skihalle gibt es sportlich nur zwei Dinge, mit denen Neuss überregional auf sich aufmerksam macht - die Voltigierer vom Nixhof und die Tour de Neuss."

Für den promovierten Ökologen, der selbst leidenschaftlich in die Pedale tritt ("aber nur Holland-Rad") steht deshalb außer Frage, dass die Stadt das Radrennen, dessen 15. Auflage der Neusser Radfahrerverein für den 27. Juli 2016 angemeldet hat, nach Kräften unterstützen muss.

Unterstützung, und sei es auch nur moralische, können die "Tour-Macher" um NRV-Chef Stephan Hilgers derzeit gut gebrauchen. Denn sie stehen vor der gleichen paradoxen Situation wie fast in jedem Jahr: Alle finden die "Tour de Neuss" toll, doch um ihre Finanzierung auf solide Beine zu stellen, sind stets Kämpfe, Klimmzüge und Klinkenputzen notwendig. "Wir haben zwar schon mündliche Zusagen unserer wichtigsten Sponsoren", sagt Stephan Hilgers. Doch die meisten würden am liebsten ein bisschen weniger dafür bezahlen, bei dem sportlichen Spektakel mit mehr als 10.000 Zuschauern dabei zu sein als in 2015. "Dabei war es aus unserer Sicht ein ausgesprochen erfolgreiches Jahr", stellt Hilgers rückblickend auf die 14. Auflage mit dem Sieg von Tour-de-France-Debütant Paul Voss fest.

Tour-"Macher" und Unterstützer: Barthel Winands, Stephan Hilgers, Landrat Hans-Jürgen Petrauschke, Andreas Kappes, Wilhelm Fuchs, Heinz Hegger (v.l.). FOTO: Woitschützke, Andreas (woi)

Hilfe könnte ausgerechnet von der anderen Rheinseite kommen. "Erhält Düsseldorf tatsächlich den Zuschlag für den Start der Tour de France 2017, müssten wir eigentlich davon profitieren können", sagt der fürs Marketing zuständige NRV-Vize Barthel Winands. Dem will Andreas Kappes nicht widersprechen. Der Sportliche Leiter, einst selbst bei Frankreich-Rundfahrt und Giro d'Italia dabei und immer noch (und wahrscheinlich für ewige Zeiten) Deutschlands erfolgreichster Sechstage-Fahrer, hat festgestellt: "Der Radsport ist bei uns wieder im Aufwind. Das müssen wir ausnutzen."

Leichter gesagt als getan. Beim gut gemeinten Versuch, die bisherige "Weihnachtsfeier" mit einem "Dankeschön-Empfang" für die Sponsoren zu verbinden, waren im durchaus festlichen Ambiente des "Drusus 1" die Mitglieder des Mini-Vereins und die moralischen Unterstützer der "Tour de Neuss" eindeutig in der Mehrheit. "In Neuss ist halt alles nicht so einfach: Sponsoren finden und Neuerungen einzuführen, das braucht hier alles seine Zeit", sagt Stephan Hilgers. Eine Erkenntnis, die der neue Sportdezernent als "Gegengeschenk" mit nach Hause nehmen durfte.

Quelle: NGZ
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