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Lokalsport
Schomber holt DM-Titel trotz Sturz

Grevenbroich. Am Vortag schwer gestürzt, siegt der Grevenbroicher im Teamzeitfahren. Von Volker Koch

Sie waren nach Genthin gekommen, um den Titel zu gewinnen. Doch der Traum der sechs Fahrer vom Team rad-net Rose schien schon geplatzt, ehe die ersten Deutschen Meisterschaften im Mannschaftszeitfahren in der Kleinstadt in Sachsen-Anhalt überhaupt begonnen hatten.

Denn im Abschlusstraining am Vortag waren drei Fahrer des jungen Teams schwer gestürzt, unter ihnen Nils Schomber. Der 21 Jahre Grevenbroicher, der seine ersten Radsport-Meriten im Trikot des VfR Büttgen verdient hatte, war in voller Geschwindigkeit auf die vor ihm zu Fall gekommenen Kersten Thiele und Joshua Stritzinger geprallt, hatte sich dabei Hautabschürfungen und Prellungen zugezogen.

Schlimmer noch: "Nils und Kersten konnten kaum bremsen und beim Antreten den Lenker nicht richtig halten. Joshua hatte auf dem Zeitfahr-Auflieger Probleme", schilderte Sven Meyer, Bahnrad-Bundestrainer und Teamchef des rad-net Rose Teams, die Situation. "In einem Einzelrennen wäre Nils nicht gestartet", sagt sein Vater Jörg Flock. Doch weil es um die Mannschaft ging, biss die Trio die Zähne aufeinander und sich durch: "Sie haben sich tapfer durchgekämpft", lobte Sven Meyer seine Schützlinge.

Die sich trotz des Handikaps den erstmals vom Bund Deutscher Radfahrer ausgeschriebenen Titel holten: Nach 54:58 Minuten für die 50 Kilometer siegten Marco Mathis, Theo Reinhardt, Nils Schomber, Joshua Stritzinger, Kersten Thiele und Domenic Weinstein mit acht Sekunden Vorsprung vor dem Team Kuota-Lotto und 37 Sekunden vor dem Team Stölting. "Das war eine ganz starke mannschaftliche Leistung", freute sich Sven Meyer, "wir waren als Titelanwärter ins Rennen gegangen und konnten unserer Favoritenrolle gerecht werden."

Jörg Flock sorgt sich derweil um die sportliche Perspektive seines Sohnes, der sich mit dem deutschen Bahnvierer für die Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro qualifizieren möchte und zum Olympia-Perspektivteam des Rhein-Kreises Neuss gehört: "Wenn das Sportforum demnächst nicht mehr als Trainingsstätte zur Verfügung steht, erschwert das die Vorbereitung erheblich." Die Stadt Kaarst plant, die einzige überdachte Radrennbahn in Westdeutschland als Flüchtlingsunterkunft zu nutzen (die NGZ berichtete in ihrer Samstagausgabe).

Quelle: NGZ
 
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