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Lokalsport
Tigers holen sich im Topspiel Platz eins zurück

Neuss. Im Duell Erster gegen Zweiter schlagen die Zweitliga-Basketballerinnen der TG Neuss zu Hause das Wolfpack Wolfenbüttel mit 82:79. Von Dirk Sitterle

Na klar, richtig zur Sache geht es in der Zweiten Basketball-Bundfesliga Nord erst in den Play-offs um den Aufstieg ins Oberhaus, doch für den Moment fühlen sich die Tigers der TG Neuss richtig gut. Nur eine Woche nach der 75:83-Niederlage in Göttingen setzten sich die Mädels von Trainerin Janina Pils nämlich vor heimischem Publikum knapp mit 82:79 (Halbzeit 47:39) gegen das als ungeschlagener Tabellenführer angereiste Wolfpack Wolfenbüttel durch und gehen damit am Samstag bei TuSLi Berlin als Spitzenreiter ins letzte Spiel der Hinrunde.

Am Tag vor dem 1. Advent war in der kleinen Elmar-Frings-Sporthalle, in der die Tigers in Punktspielen nun seit mehr als einem Jahr ohne Niederlage sind (72:85 am 24. Oktober 2015 gegen den späteren Meister TK Hannover), von besinnlicher Vorweihnachtsstimmung rein gar nichts zu spüren. Beide Teams legten los, als gäbe es kein Morgen, attackierten den Gegner schon beim Einwurf unterm Korb. Dass die Wölfe der im bisherigen Saisonverlauf hocherfolgreichen Ganzfeldpresse der Neusserinnen mit den wieselflinken Aufbauspielerinnen Birgit Piibur und Aneliya Draganova immer wieder entkamen, registrierte natürlich auch Janina Pils, doch weil ihre Schützlinge - allen voran Jana Heinrich (14 Punkte im ersten Abschnitt) und Kita Waller (13) - die ersten zehn Minuten trotzdem mit 31:27 (!) gewannen, konnte sie damit sehr gut leben. Wolfenbüttel konterte vor allem mit der US-Amerikanerin Alli Gloyd, die bis zur Halbzeitpause 20 (!) ihrer insgesamt 26 Punkte (dazu 15 Rebounds) auflegte. Obwohl ihre Mannschaft den Vorsprung im Verlauf des zweiten Viertels auf bis zu zwölf Punkte auszubauen vermochte (45:33/18.), war die Neusser Trainerin mit dem Auftritt nicht ganz zufrieden. "Irgendwie kam mir das nicht wie ein richtiges Spitzenspiel vor, dazu fehlten auf beiden Seiten einfach zu viele Leute. Und das hast du schon deutlich gemerkt."

Die Gäste vermissten die bärenstarke Crystal Leary, der vor einer Woche im Derby gegen Eintracht Braunschweig das Kreuzband im Knie gerissen war, und auch die famose Klaudia Grudzien ist acht Monate nach ihrem im Play-off-Halbfinale gegen Neuss erlittenen Kreuzbandriss noch längst nicht wieder bei hundert Prozent. Die Tigers mussten neben Jugend-Nationalspielerin Karo Tzokov (Kreuzbandriss) auch auf Franzi Worthmann und Ronja Spießbach verzichten. Wolfpack-Coach Pierre Hohn haderte zudem mit der Verteidigungsleistung seiner Truppe: "47 Punkte in einer Halbzeit haben wir bisher nicht zugelassen."

In Hälfte zwei gingen beide Teams etwas vom Gas. Die Tigers, die sich bereits im zweiten Abschnitt erfolgreich in die Zone zurückgezogen hatten, wollten die mit drei Fouls belasteten Jana Heinrich (16 Punkte bis dahin), Anne Storck (zwei Fouls in den ersten 77 Sekunden der Partie) und Kita Waller (18) nicht schon früh verlieren, Wolfenbüttel bangte um Klaudia Grudzien (drei Fouls). Bis zur 24. Minute (57:44) blieb die TG am Drücker, dann schien dem Tabellenführer die Wende zu gelingen. Doch just als Theresa Simon die Gäste per Dreier zum ersten Mal in Front warf (62:61/31.), schlugen die coolen Tigers zurück: Jana Heinrich, die sich kurz darauf mit zwei schnellen Fouls verabschiedete, traf zum 63:62 (32.), wenig später erhöhte Kita Waller von jenseits der Drei-Punkte-Linie auf 68:62 (33.). Durch waren die Neusserinnen, die auch noch Julia Kleen verloren (5. Foul), damit aber nicht. 45 Sekunden vor Schluss verkürzte Piibur per Dreier auf 77:82, 16 Sekunden vor dem Ende traf Grudzien zum 79:82. Dann erst dribbelte Dara Taylor (15 Punkte, neun Assists), die sich ebenso eine gute Note verdiente wie Kita Waller (32 Punkte, 4/10 Dreier), Jana Heinrich (20 Punkte), Sarah Stock und Julia Kleen (als Vertreterin von Anne Storck), die Zeit hinunter.

Quelle: NGZ
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