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Rhein-Kreis Neuss
Weihnachtsmusik und Folklore in einem Konzert

Rhein-Kreis Neuss: Weihnachtsmusik und Folklore in einem Konzert
Das Rose-Ensemble ist inzwischen wieder auf dem Rückweg in die USA. Zwei Konzerte hat es im Rhein-Kreis gegeben. FOTO: Rose-Ensemble
Rhein-Kreis Neuss. Der Neusser Münsterchor zusammen mit dem Rose-Ensemble gastierte in der Klosterbasilika Knechtsteden.

Eine sehr selten zu hörende Kombination von Bachscher Weihnachtsmusik und amerikanischer Folklore gab es in einem Konzert in der Knechtstedener Klosterbasilika. Offensichtlich waren viele Besucher auf diese gemischte Weihnachts-Nachlese gespannt, denn die Basilika war sehr gut besetzt.

Der Neusser Münsterchor, seit einigen Jahren regelmäßig in Knechtsteden zu Gast, hatte mit der Kantate IV aus dem "Weihnachtsoratorium" von Johann Sebastian Bach zum Fest der Beschneidung Christi volkstümliche Barockmusik gewählt, die schon im Eingangschor "Fallt mit Danken, fallt mit Loben" zu einem prachtvollen Klanggemälde wurde.

In allen Stimmen gut besetzt, folgte der Chor seinem Leiter Joachim Neugart mit ausdrucksvollem Gesang. Gleichermaßen prächtig gestaltete er auch den Eingangschor zur Kantate V "Am Sonntag nach Neujahr", zuverlässig begleitet vom noch jungen Barockensemble "Sonare Neuss". Instrumentale Höhepunkte waren die von Solooboe (Stefanie Sassenrath) begleitete Sopranarie (Alyssa Anderson) mit wunderbarem Echo (Bethany Battafarono) und die Tenorarie "Ich will nur dir zu Ehren leben": Zwei Soloviolinen (Iva Brockmann, Simon Spillner) begleiteten in reinem Fugato den mächtigen Tenor Bradley King. Den Bass sang Charles Wesley Evans. Er gehört wie auch die anderen Gesangssolisten dem "The Rose Ensemble" aus der Neusser Partnerstadt St. Paul (USA) an.

Dieses aus acht Solisten bestehende Ensemble unter Jordan Sramek bestritt den zweiten Teil des Konzertes mit "American Roots", der amerikanischen Weihnachtsmusik der Siedler. Frühe amerikanische Weihnachtslieder vom 17. bis 19. Jahrhundert, Country Dances, Southern Harmonie- Hymnen und Shaker Spiritual-Songs sind bei uns zwar weitgehend unbekannt und haben doch Vertrautes. Denn die Einflüsse aus der Heimat der Siedler, aus Afrika und vor allem Europa sind unüberhörbar. Der Shaker etwa stammt aus Manchester und entwickelte sich im Süden der USA zum rituellen Schütteltanz. The Southern Harmony hat einen engen Bezug zur Gospelmusik.

Englische Balladen und irische Tänze prägen die Tradition, an die das Rose-Ensemble in abwechslungsreichen Besetzungen und mitreißenden Interpretationen erinnerte. Für die authentische Begleitung und temperamentvolle Zwischentänze sorgten Ginna Watson (fröhlich an der Fiedel), David Burk (mit Gitarre und Banjo) und Josh Schwalbach (souverän am Bass). Mit dem Gospel-Klassiker "I'll fly away" und dem Hymnus "Jesus the light of the world" beendete das Ensemble das Konzert und riss auch in der ehrwürdigen Basilika zu Beifallsstürmen hin.

(Nima)
 
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