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Rommerskirchen
44 Jahre alter Bulli immer noch auf Tour

Rommerskirchen: 44 Jahre alter Bulli immer noch auf Tour
Hans-Peter Ludewig an seinem VW Bulli von 1973. Zusammen mit seinen Söhnen und einer Spezialwerkstatt hat er den Caravan wieder aufgebaut. FOTO: Tinter
Rommerskirchen. Zwei Jahre lang hat die Restaurierung des VW Bulli von Hans-Peter Ludewig gedauert. Doch der Aufwand und die Geduld haben sich ausgezahlt: Die Familie ist oft mit dem historischen Hingucker unterwegs, auch im Ausland. Von Bernd Rosenbaum

Der Wagen sieht aus, als wäre er gestern erst vom Montageband in Hannover gelaufen. Dabei liegt dieser Moment schon unglaubliche 44 Jahre zurück. Tatsächlich wirkt der VW Transporter T2, von Fans liebevoll "Bulli" genannt, von Hans-Peter Ludewig wie aus dem Ei gepellt. Allerdings waren dazu unglaublich viel Aufwand und noch mehr Arbeitsstunden nötig.

Schon seit fünf Jahren ist Ludewig im Ruhestand. Zuvor war der gelernte Maschinenschlosser als technischer Referent bei RWE für die Planung und Budgets der Maschinentechnik bei den Kohlekraftwerken zuständig. Seine Söhne Tim und Jan, beide sehr sportlich aktiv mit Mountainbiking und Surfen, überredeten den Papa 2012 zum Kauf eines alten VW Bulli, den sie dann gemeinsam wieder herrichten wollten. Doch der lindgrüne T2 stellte sich als Flop heraus, der war nur äußerlich aufgehübscht. "Der Wagen war zu 90 Prozent Schrott und die Karosserie völlig durchgerostet", erinnert sich Ludewig.

Ein zweiter T2 musste her, diesmal in besserem Zustand. Der war 1973 nach seiner Fertigung in Hannover nach Honolulu auf Hawaii verschickt worden und dort jahrelang im Einsatz. Ein Schrotthändler bei Los Angeles bot das weiß-rote Schätzchen schließlich zum Verkauf. Über Amsterdam kam es zurück nach Deutschland und nach Rommerskirchen. Dass das USA-Modell etwas ganz besonderes ist, weil es über ein seltenes, großes Schiebedach verfügt, merkten die Ludewigs erst viel später.

Eine Oldtimer-Spezialwerkstatt in Anstel, mit deren Inhabern Hans-Peter Ludewig befreundet ist, nahm sich der beiden Bullis an und machte aus zweien einen. Von dem lindgrünen Modell konnten noch der Motor, die Achsen, die Scheiben und das Armaturenbrett verwendet und in die grundsanierte Karosserie des weiß-roten eingebaut werden. Auch die Elektrik wurde aufwendig erneuert. Zum Schluss wurde ein neues Wohnwagen-Interieur in den Bulli eingesetzt, das von einer Fachfirma in den Niederlanden stammt, die sich auf diese Einbauten für VW Bullis der Modellreihen T1 und T2 spezialisiert hat. Zwei Jahre lang haben sich die Arbeiten hingezogen.

Doch der Aufwand hat sich gelohnt. Schon zwei große Urlaubstouren haben Hans-Peter Ludewig, seine Frau Ulrike und die Söhne Tim und Jan mit dem Wohnmobil absolviert, die zweite erst vor wenigen Wochen nach Schottland. Fast 5000 Kilometer haben sie bei dieser Tour mit dem Gefährt zurückgelegt, das überall neugierige Blicke auf sich zieht.

"Zum Übernachten haben wir ein zusätzliches Tunnelzelt, das man an der Schiebetür aufbauen kann und so einen recht großen Wohnraum schafft", erklärt Ludewig. Das Zelt könne man sogar stehenlassen, wenn man für kleinere Ausflüge mit dem Bulli auf Tour in die Umgebung gehen wolle. Für das Zelt und weiteres Gepäck haben die Ludewigs extra einen Dachgepäckträger im Originalstil nachbauen lassen. Zuhause muss er aber abgebaut werden - sonst passt der Liebhaberbus nicht in die Garage.

Quelle: NGZ
 
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