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Rommerskirchen
Gemeinde auf dem Weg zur "Fair-Trade-Town"

Rommerskirchen: Gemeinde auf dem Weg zur "Fair-Trade-Town"
Bürgermeister Martin Mertens und Wirtschaftsförderin Bele Hoppe haben sich bereits mit fair gehandelten Produkten vertraut gemacht. FOTO: Lothar Berns
Rommerskirchen. Der Rat hat sich dafür ausgesprochen, die internationale Kampagne für fairen Handel zu unterstützen. Noch bleibt allerdings einiges zu tun. Von Sebastian Meurer

Die Gemeinde wird jetzt irgendwie doch noch zur Stadt (Town) - wenn auch nicht im kommunalverfassungsrechtlichen Sinne: Rommerskirchen bewirbt sich im Rahmen einer internationalen Kampagne um den Titel einer "Fair-Trade-Town", wobei die Gemeinde in dieser Hinsicht keineswegs völliges Neuland betritt.

Bereits 2012 hatte Jupp Kirberg, Fraktionschef von Bündnis 90/Die Grünen, eine solche Initiative gestartet und dafür geworben, den 1992 gegründeten Verein "TransFair" zu unterstützen. Dessen Ziel besteht darin, benachteiligte Produzentenfamilien in Afrika, Asien und Lateinamerika zu fördern und durch faire Preise für fair gehandelte Produkte deren Lebens- und Arbeitsbedingungen zu verbessern. Der Weg zur "Fair-Trade-Town" soll nun mit energischen Schritten auch tatsächlich gegangen werden: Der Rat hat sich kürzlich einstimmig hierfür ausgesprochen, womit eines der für eine Zertifizierung nötigen Kriterien erfüllt ist.

"Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit auf den Märkten für Landwirte in aller Welt liegen uns in Rommerskirchen sehr am Herzen", sagt Bürgermeister Martin Mertens. "Daher ist es für uns ein wichtiger Schritt, auf fairen Handel aufmerksam zu machen und hier gemeinsam mit dem Rhein-Kreis als Vorbild voranzuschreiten", so der Rathauschef. Bei den Sitzungen des Rats und seiner Ausschüsse soll künftig ausschließlich fair gehandelter Kaffee ausgeschenkt werden, was gleichermaßen für den für manche dazu gehörenden Zucker gilt.

Beides ist im Bürgermeister-Büro übrigens schon seit geraumer Zeit im Gebrauch. Die Umstellung im Sitzungsdienst wird übrigens zu nur unwesentlichen Mehrkosten führen, wie die Erfahrungen anderer Kommunen gezeigt haben. "Auf die einzelne Tasse Kaffee umgerechnet, ergeben sich so nur wenige Cent Mehrkostenaufwand", sagt Wirtschaftsförderin Bele Hoppe, die das Projekt federführend bearbeitet.

Damit jedoch ist erst der allererste Schritt getan, wie Rathaussprecher Elmar Gasten deutlich macht: "Es sind noch ein paar Punkte abzuarbeiten." Bele Hoppe nennt einige besonders wichtige davon: "Als Nächstes soll eine Steuerungsgruppe aus Mitgliedern der Verwaltung sowie aus Bürgerschaft, Politik und Wirtschaft gegründet werden, die auf dem Weg zur Fair-Trade-Town die Aktivitäten vor Ort koordiniert."

Dazu gehört es etwa, "Gastronomen davon zu überzeugen, Produkte aus fairem Handel anzubieten", erzählt die Wirtschaftsförderin. Konkret bedeutet dies, dass in mindestens vier lokalen Einzelhandelsgeschäften und bei Floristen mindestens zwei fair gehandelte Produkte angeboten werden müssen. Was keineswegs ein unlösbares Problem sein dürfte, denn mehrere Discounter bieten bereits seit längerem fair gehandelte Produkte an. Gleiches gilt für mindestens zwei Cafés oder Restaurants.

Zudem will Bele Hoppe auch Vereine und Kirchengemeinden mit ins Boot holen und dafür gewinnen, den fairen Handel zu unterstützen - soweit letztere es nicht schon tun.

Quelle: NGZ
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