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Solingen
Der Computer ist sein Instrument

Solingen: Der Computer ist sein Instrument
Musiker Harald Grosskopf (l.) ist mit dabei beim Festival "Drum und Drumherum" am Samstag im Südpark, das Norbert Sarrazin veranstaltet. FOTO: martin Kempner
Solingen. Der Solinger Electronic-Musiker Harald Grosskopf spielt auf Festivals in aller Welt. Von Wolfgang Günther

Harald Grosskopf wohnt in Solingen. In New York, Tokio, Moskau oder London ist er jedoch vielleicht besser bekannt als in der Klingenstadt. Vor wenigen Wochen erst trat er bei der "Gonzai Night" im Pariser Club "La Maroquinerie" auf, bald hat er wieder ein Engagement bei einem Electronic-Festival in Polen. Schon sehr früh begann sein Interesse an der Musik. "Seit den siebziger Jahren bin ich Schlagzeuger bei 'Ashra', der deutschen Kultband", erzählt er bei einem Gespräch. Vor 45 Jahren fing er an, sich mit der elektronischen Musik zu beschäftigen. Er hat die rasante Entwicklung dieser Musiksparte nicht nur mit erlebt, sondern auch mit geprägt. "Erinnern sie sich mal an die großen Synthesizer der 1970er Jahre, das waren Möbelteile", sagt Grosskopf.

Heute reist der Musiker mit leichtem Gepäck durch die Welt, in seinem Macbook sind alle Kompositionen gespeichert. "Mein Computer ist mein Instrument, ich rufe die Musik ab und improvisiere dann weitere Melodienteile dazu", erklärt der Musiker.

Harald Grosskopf ist an mehr als 100 CDs/LPs anderer Künstler - darunter Klaus Schulze, die Klassik-Rockband "Wallenstein" und die "Scorpions" beteiligt. Sechs Soloalben sind auf dem Markt, für die nächste Scheibe muss nur noch eine Tonspur eingespielt werden. "Ich spiele alle Tracks selbst ein", sagt Grosskopf, und die Frage nach einem Tonstudio zuhause beantwortete der Musiker nur mit einem überlegenen Lächeln: "Mein Computer reicht". Harald Grosskopf hat auch die Erkennungsmelodie für die inzwischen eingestellte WDR 2-Radiosendung "Schwingungen" komponiert.

Grosskopf ist international vernetzt, immer wieder wird er zu Festivals eingeladen. "Gut in Erinnerung ist mir noch ein Festival in Japan, damals spielten wir mit unserer Band vor 30 000 begeisterten Zuhörern", erzählt er. "In Deutschland wird die elektronische Musik immer noch ein wenig unterschätzt", bedauert der Musiker, der bald auch wieder in Solingen musizieren wird. "Ich spiele auf einem Festival in den Güterhallen, das von dem Fotodesigner Norbert Sarrazin veranstaltet wird", teilt er mit.

Wem nach dem gut einstündigen Konzert der Sinn nach mehr elektronischer Musik steht, der muss wohl bald nach Schweden oder Polen reisen. Harald Grosskopf ist zwar Vater von Zwillingen, aber ständig in aller Welt in Sachen Musik unterwegs.

www.haraldgrosskopf.de

Quelle: RP
 
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