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Solingen
Sauberer Strom von der Genossenschaft

Solingen: Sauberer Strom von der Genossenschaft
Setzen sich gemeinsam für umweltfreundliche Energie ein (v.l.): Peter Sossna, Andreas Schwarberg, Ingeborg Friege und Uwe Asbach. FOTO: Martin Kempner
Solingen. "BürgerEnergie" beteiligt sich mit den Stadtwerken an zwei Photovoltaik-Anlagen in Ostdeutschland. Von Fred Lothar Melchior

Die Stadtwerke Solingen (SWS) und die "BürgerEnergie"-Genossenschaft bauen ihre Zusammenarbeit aus: Nach der Einführung des "Bürgerstroms" am Jahresanfang investieren SWS und Genossenschafter jetzt gemeinsam in die Erzeugung sauberen Stroms. Dazu wurde Ende Januar die Energie für Solingen GmbH & Co. KG gegründet. Erstes Projekt: die Beteiligung an zwei Photovoltaik-Anlagen in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. "Das Bürgerstrom-Angebot war schon einmalig, und auch die neue Kooperation ist einmalig", freut sich Ingeborg Friege, die Vorstandssprecherin der Genossenschaft. "Ich bin geradezu begeistert davon."

Die neue Gesellschaft, kurz EfS, öffnet den 128 Mitgliedern der BürgerEnergie Solingen eG die Tür zur Trianel Erneuerbare Energien GmbH (TEE). "Dieser Club ist nur für Stadtwerke", erläutert SWS-Geschäftsführer Andreas Schwarberg. In das Gemeinschaftsunternehmen unter dem Dach der Aachener Trianel-Gruppe wollen rund 40 Stadtwerke, Regionalversorger und Genossenschaften 2016 voraussichtlich 140 Millionen Euro einbringen. Mit dem Geld, das noch durch Kredite aufgestockt wird, sollen Windkraft- und Photovoltaikprojekte finanziert werden - unter anderem die beiden Anlagen in Ostdeutschland mit jeweils etwa zehn Megawatt Spitzenleistung.

Von der neuen Gesellschaft Energie für Solingen, die von Peter Sossna (SWS) geführt wird, wird eine Million Euro kommen - der Mindestbetrag für den Eintritt in den "Club". Dazu steuern die Genossenschafter in den nächsten drei Jahren ein Fünftel bei, also 200.000 Euro. Die Stadtwerke beteiligen sich nicht nur mit den restlichen 800.000 Euro, sondern bringen unter eigenem Namen weitere 7,5 Millionen Euro ein. "Die Genossenschaft hat nur so die Möglichkeit, sich etwa an Windenergie-Projekten außerhalb Solingens zu beteiligen", nennt Schwarberg den Vorteil für die BürgerEnergie eG. Die Stadtwerke profitierten, weil sie den Kontakt zu besonders umweltbewussten Kunden bekämen: "Wir untermauern, dass wir die Zusammenarbeit mit der Genossenschaft auch leben wollen."

Die sucht weiter neue Mitglieder, die sich mit mindestens 500 Euro beteiligen wollen. Bisher ist das Geld aus den Anteilen in Solingen investiert worden - in eine Photovoltaik-Anlage bei den Technischen Betrieben an der Dültgenstaler Straße und eine auf dem Dach der Grundschule an der Gottlieb-Heinrich-Straße. Weitere Dachflächen sind erwünscht; die Mitglieder entscheiden, wo Anlagen errichtet werden. Dabei gilt: ein Mitglied, eine Stimme. "Wir sind alle ehrenamtlich unterwegs", betont Vorstandsmitglied Uwe Asbach ein weiteres Prinzip der im Februar 2015 eingetragenen Genossenschaft.

Finanzielle Interessen sind auch bei den Mitgliedern nicht vorrangig: Die erste Dividende ist noch nicht in Sicht. Wer nicht Mitglied werden will, kann aber trotzdem "Bürgerstrom" beziehen.

www.buergerenergie-solingen.de

Quelle: RP
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