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Bergischer Hc
Müdigkeit kostet BHC eine echte Chance

Solingen. Handball-Erstligist Bergischer HC verlangte der SG Flensburg-Handewitt bei der 22:29 (13:15)-Heimniederlage alles ab. Von Thomas Rademacher

Beim 17:17 durch Nils Artmann brodelt es in der Wuppertaler Unihalle. Die 2230 Zuschauer glauben an die Außenseiterchance des Bergischen HC gegen die SG Flensburg-Handewitt. Würde einer der ganz großen Favoriten auf die Deutsche Handball-Meisterschaft gleich am zweiten Spieltag beim BHC straucheln ? Es wäre eine noch größere Sensation als in der vergangenen Saison. Damals hatten die Löwen zu Beginn der Spielzeit sensationell gegen die Rhein-Neckar Löwen gewonnen, doch diesmal ist es noch schwerer. Das Team hat so viele Verletzte, dass viele Wechsel kaum möglich sind.

Als Moritz Preuss nach einer Auszeit zum 18:17 versenkt, steht auch der letzte Zweifler im Publikum auf, um die aufopferungsvoll kämpfende Mannschaft anzufeuern. "Ich hätte diese Atmosphäre gerne noch länger gehalten, dann hätte uns am Ende vielleicht die Halle tragen können", wird BHC-Trainer Sebastian Hinze später sagen. Je länger die Partie dauert, umso mehr ist den Bergischen die Müdigkeit anzumerken. Spielmacher Alexander Oelze zum Beispiel, der in der ersten Halbzeit eine fantastische Leistung geboten hat, ist die Erschöpfung deutlich anzusehen. Die Frische der ersten Halbzeit fehlt dem Rechtshänder zum Ende der Partie, doch er muss durchspielen, weil es die Verletztensituation so fordert.

So oder ähnlich geht es den Löwen auf vielen Positionen. Am Kreis steht nur Moritz Preuss zur Verfügung, im rechten Rückraum nur Max Hermann. Kein Wunder, dass die Flensburger speziell bei den hohen Temperaturen, die bei dem warmen Wetter in der Unihalle herrschen, die Nase vorne haben. "Ich habe es der Mannschaft zur Pause gesagt", erklärt SG-Coach Ljubomir Vranjes. "Wir müssen mehr laufen. Das war meine Devise, und es hat gut funktioniert. Denn der BHC konnte kaum wechseln - wir schon."

Deshalb reicht es für die Hausherren im Gesamtergebnis nicht. Mit einem komplett fitten Kader hätte es vermutlich anders ausgesehen, und die Löwen hätten sich für ihren ersten sensationellen Saisonsieg feiern lassen dürfen. Aber diese Chance hat der Klub diesmal einfach nicht. Deswegen ist Sebastian Hinze auch überhaupt nicht angefressen nach der deutlich zu hoch ausgefallenen 22:29-Niederlage: "Die Mannschaft hat eine überragende kämpferische Einstellung gezeigt. 'Überragend' ist ein Wort, das ich nicht oft verwende. Aber hier ist es gerechtfertigt. Ein ganz großes Kompliment ans Team, dass wir uns so lange erfolgreich gewehrt haben".

Für etwas Unruhe haben während der Partie einige Entscheidungen der beiden Unparteiischen gesorgt. Erst in der zweiten Halbzeit kassierten die Flensburger ihre erste Zeitstrafe. Richtig rausrücken will Hinze mit der Sprache nicht, aber "ich hatte das Gefühl, dass wir auch sehr viele Zweikämpfe gewonnen haben, und der Gegner dafür nicht so bestraft wurde wie umgekehrt." Als Schiedsrichter-Kritik will der Coach diese Ansage aber nicht verstanden wissen. "Ich muss es mir erst in Ruhe anschauen, vorher gebe ich keinen Kommentar dazu ab."

Quelle: RP
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