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Wermelskirchen
Ausstellung zeigt die Suche nach dem eigenen Stil

Wermelskirchen. Spanien, Südfrankreich? Oder vielleicht ein altes Viertel in Paris oder Lissabon? Weit gefehlt - die "Zauberbude", die "Werkstatt der Künste" von Erdmute Schekat, befindet sich in Elbringhausen 22 im Industriegebiet. Zu erreichen über einen Hof, untergebracht im Untergeschoss einer Industriehalle. Schön im eigentlichen Sinne ist es nicht, aber es hat den morbiden Charme einer Künstlerwerkstatt. "Farbenpracht" heißt die Jahresausstellung der Kursteilnehmer, die bei Erdmute Schekat das Malen erlernen. Von Walter Schubert

Dazu passte wunderbar das Gitarrenspiel von Sohn Jari mit spanischen Themen vor einem Bild mit einer südfranzösischen Szene. "Wir haben uns im vergangenen Kursjahr mit verschiedenen Stilrichtungen beschäftigt", sagte Schekat bei ihrer Begrüßung. "Symbolismus, Fauvismus, Naturalismus oder die experimentelle Malerei nach Max Ernst." Nach den Vorlagen berühmter Maler entstehen interessante und auch völlig unterschiedliche Ergebnisse. "Wir wollen ja nicht kopieren oder eine Fälschung anfertigen", sagte Kursteilnehmerin Hannelore Schulte. "Wir erhalten Anleitung und Hilfe bei den Techniken."

Und Monika Hohage ergänzte: "Von einem eigenen Stil sind wir sicher noch weit entfernt. Da müssen wir noch viel üben." Bei einigen Bildern ist sie da sicher zu bescheiden. Wer mit Pinsel und Ölfarbe auf Leinwand das Licht in einem Wald einfangen kann, ist schon einen guten Schritt in die richtige Richtung gegangen. Brigitte Drenge hat sich sogar den holländischen Meister "Jan van Meer" zum Vorbild genommen, und mit dem Ergebnis braucht sie sich nicht verstecken. Nie würde der Betrachter darauf kommen, dass die Eule mit blauem Gefieder von der Malerin stammt.

Gerade die Stilrichtung des Fauvismus, der die Farben verfremdet, macht dem Ausstellungsnamen "Farbenpracht" alle Ehre. Da wird ein Wald zu einem bunten Mosaik und die Porträt-Gesichter dürfen auch einmal rot, blau oder gelb sein. Es ist eben Kunst, und da ist bekanntlich alles erlaubt.

Bei den wöchentlichen Kursen hat aber auch die Gemeinschaft und die Geselligkeit einen hohen Stellenwert. "Wir haben eine Bustour nach Köln gemacht, zu einer Ausstellung von Gerhard Richter. Ein schönes, gemeinsames Erlebnis", erzählte Schulte. Neben dem Malen und Zeichnen kommt im Juni auch noch ein "Beton-Workshop" hinzu. Dort erlernen die Kursteilnehmer den Skulpturen- und Formenbau.

Feste Öffnungszeiten gibt es für die Jahresausstellung nicht. "Schauen, fragen und vielleicht auch kaufen geht aber zu den Kursterminen", sagte Schekat.

www.zauberbude.worldpress.de

Quelle: RP
 
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