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Wesel
Stadt sucht Wohnungen für Flüchtlinge

Wesel. Bis zum Ende des Jahres werden Wesel noch 382 Asylanten mit Bleiberecht zugewiesen. Von Klaus Nikolei

Gut, dass mehrere Investoren angekündigt haben, in den nächsten beiden Jahren Dutzende Mietwohnungen zu errichten (unter anderem an der Kreuzstraße, an der Schillstraße oder an der Reeser Landstraße). Denn allmählich wird das Angebot knapp. Aktuell gibt es Wohnraum für gut 62.000 Menschen. Mehr als 60.000 sind in Wesel gemeldet. Und es werden mehr. Unter anderem, weil das Land NRW der Stadt Wesel weitere Flüchtlinge mit Bleiberecht zuweisen wird. Bis zum Ende des Jahres genau 382, für deren Unterbringung die Stadt sorgen muss. Diese Zahlen nannte gestern Dezernent Daniel Kunstleben im Sozialausschuss und verband damit die Bitte, jede freie Wohnung zu melden. "Wir sind dankbar für jedes Angebot. Es müssen nicht unbedingt neue Wohnungen sein. Hauptsache, wir können vor allem Familien dezentral unterbringen."

Genau das ist aber nicht immer so einfach, weil Familien aus Krisengebieten wie Syrien oder Afghanistan zum Teil sechs, sieben oder auch acht Mitglieder haben. Deshalb wäre Daniel Kunstleben glücklich, wenn verstärkt (möblierte) Häuser zur Miete angeboten würden. Gerne auch in den "Dörfern" wie Bislich und Ginderich, wo es Kindergärten gibt.

Die Stadt kümmert sich - Stand gestern - um 591 "Leistungsbezieher". Die meisten von ihnen, nämlich 95, stammen aus Syrien. Es folgen Afghanen (69) und Iraker (68). Überraschend: Von den besagten 591 Personen kommen gut 200 aus "sicheren Herkunftsländern" wie beispielsweise Serbien. Genau das kritisierte Wolfgang Lingk (CDU). "Warum bleiben diese Leute nicht in den Auffanglagern? Stattdessen werden sie zu uns geschickt, werden hier integriert und müssen dann irgendwann abgeschoben werden - für mich total unverständlich." Daniel Kunstleben erklärte, dass es sich da um "alte Fälle" handelt und es nicht so leicht sei, Menschen tatsächlich abzuschieben. "Oftmals landen Fälle vor den Gerichten, weil die Leute zum Teil viele Jahre hier leben." In diesem Zusammenhang berichtete der Sozialdezernent von einer Familie, die seit 24 Jahren in Wesel geduldet wird.

Verwundert nahm Kunstleben den Hinweis des Sachkundigen Bürgers Karl-Heinz Hildebrandt (Piraten) entgegen, dass es seinem Stadtteil viele leere Wohnungen gebe. "Dann nennen Sie uns bitte die Adressen und wir werden versuchen, mit den Vermietern Kontakt aufzunehmen." Man werde jedem Hinweis nachgehen und stehe auch mit allen Großvermietern in Kontakt, so Kunstleben.

Quelle: RP
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